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IV - Virologie


Astroviren

Untersuchungsindikation

  • Gastroenteritis bei Säuglingen und Kleinkindern

Untersuchungsmaterial

  • Stuhl

Methodik

  • Gastroenteritisviren-Multiplex PCR (qualitativ)

Bemerkungen

Nach den Rota- und Noroviren sind Astroviren die dritthäufigste Ursache akuter Gastroenteritiden bei Kindern (Inzidenzrate 5-7%).

Gehäuft werden diese Infektionen in den Wintermonaten beobachtet.

Bemerkungen zum Nachweisverfahren

PCR

Differentialdiagnostisch müssen bei einer entsprechenden Symptomatik neben Astroviren Erreger wie z.B. Noro-, Adeno- und Rotaviren in Betracht gezogen werden. Daher wird das Untersuchungsmaterial  im gleichen Untersuchungsgang auf diese Erreger mitgetestet.

Aufgrund der Inhomogenität der Matrix Stuhl ist die Einsendung mehrerer, unabhängig gewonnener Stuhlproben sinnvoll.

Wir führen die den herkömmlichen Antigennachweisen (EIA – Enzymimmunoassay) in Sensitivität und Spezifität überlegenere Gastroenteritisviren-PCR durch.

Dieser direkte Erregernachweis wird in Form einer Multiplex-PCR (Adeno-, Astro-, Rota- und Norovirus-Genomnachweis) als qualitatives Real-Time-PCR-Verfahren durchgeführt. Es ist nicht zweckmäßig, diesen Test als quantitative PCR anzubieten. Bedingt durch die unterschied­li­che Konsistenz der Matrix Stuhl, z.B. dünnflüssiges bis zähflüssiges Material, Konta­mina­tion durch bakterielle Besiedlung der zu unter­su­chen­den anatomi­schen Kompartimente oder Beimengung von Blut streut die Virusmenge erheblich, ohne dass sich daraus klinische oder prognostische Aussagen ableiten ließen.

Die Nachweisgrenze ist vom Hersteller mit 104 Genom­äquivalenten / ml Stuhl angegeben.

Bewertung

PCR

Ein positives Ergebnis im Nukleinsäurenachweis schließt die Anwesenheit anderer infektiöser Erreger nicht aus.

Bei negativem Ergebnis ist bei klinischer Symptomatik die Einsendung einer weiteren Stuhlprobe zum Genomnachweis sinnvoll.

Alle Befundinterpretationen können nur im Zusammenhang mit der klinischen Symptomatik erfolgen!


Stand: Juni 2014


Virologie

(alphabetisch geordnet)

M - N

Inhalt N

O - P

Inhalt O

  • Keine Eintragungen

Q - R

Inhalt Q

  • Keine Eintragungen

S - T

U - W

Inhalt U

  • Keine Eintragungen

Inhalt W

  • Keine Eintragungen

X - Z

Inhalt X

  • Keine Eintragungen

Inhalt Y

  • Keine Eintragungen

Inhalt Z

  • Keine Eintragungen

Leistungsverzeichnis Astroviren

Nachweis-
möglichkeiten
Untersuchungs-
material
Besonderheiten bei Probentransport, -lagerung*
Ag
  • Stuhl
-
PCR
(qualitativ)
  • Stuhl
-

*(abweichend von allgem. Hinweisen zu Lagerung und Transport )


Legende

AgAntigennachweis
AkAntikörpernachweis
PCRPolymerase Chain Reaction, Polymerase-Kettenreaktion

Allgemeine Hinweise zu Lagerung und Transport

Blutproben für serologische Untersuchungen

  • Zeit zwischen Probeentnahme und Laboreingang < 72h
  • Lagerung bei Raumtemperatur oder gekühlt (2-8 °C)

Untersuchungsmaterial für molekularbiologische Untersuchungen (PCR)

  • Nativmaterial oder Proben / Abstriche im Universal-Transportmedium (UTM) einsenden
  • max. 24h Lagerung (gekühlt 2-8°C)
  • Transport bei Raumtemperatur

Stuhlproben zum Antigennachweis

  • Zeit zwischen Probeentnahme und Laboreingang < 72h
  • Lagerung gekühlt bei 2-8°C
  • Transport bei Raumtemperatur

Hygienemerkblatt

Viral bedingte Enteritiden

Noro- und Rotaviren; Adeno- und Astroviren


Meldepflicht

Laut Infektionsschutzgesetz § 6 (3) sind 2 oder mehr nosokomiale Infektionen, bei denen ein epidemischer Zusammenhang wahrscheinlich ist oder vermutet wird, nicht namentlich zu melden an:

Gesundheitsamt
Abteilung Infektionsschutz
Paulstraße 22
18055 Rostock
0381 381 9552

Pflichtformular laut Infektionsschutzgesetz § 6 (1)

Einzelerkrankungen einer infektiösen Gastroenteritis bei Personen mit Tätigkeiten in Lebensmittelberufen (§ 42 IfSG) sind ebenfalls an das Gesundheitsamt zu melden.

Formulare sind hier bzw. im SAP abrufbar.

Benachrichtigung der Hygienefachkraft
0381 494 5014

Erreger

Noroviren, Rotaviren

Seltener auch Adeno- und Astroviren

Infektiöses Material

Fäzes (Stuhl), Erbrochenes, kontaminierte Gegenstände

Je nach Virusart auch Atemwegssekrete in der akuten Phase der Erkrankung.

Übertragungsweg

Fäkal–oral

Aerogene Übertragung über virushaltige Aerosole beim Erbrechen

Kontaktinfektion

Inkubationszeit

Noroviren
6-50 Stunden

Sapoviren
1-4 Tage

Rotaviren
1-3 Tage

Adeno-/Astroviren
1-6 Tage

Dauer der Infektiosität

Noroviren
1 Tag vor Erkrankungsbeginn bis 3 Tage nach Erkrankungsende

Rotaviren
Während des akuten Krankheitsstadiums
In der Regel nicht länger als 8 Tage

Adeno-, Astro-, Sapoviren
Mindestens wenige Stunden vor Beginn der Symptomatik bis wenige Tage nach deren Ende

Diagnostik (zum Erstnachweis bzw. Verlauf)

Stuhl auf PCR in die Virologie

Keine Verlaufsdiagnostik aus rein hygienischer Indikation erforderlich!

Hygienemaßnahmen/Schutzmaßnahmen

Maßnahmen sind schon bei begründetem Verdacht sofort einzuleiten, das heißt ohne Laborbestätigung abzuwarten!

Der unmittelbare Kontakt zu anderen Patienten muss unterbleiben!

Bei Ausbrüchen
(Mehr als 2 Erkrankungen, bei denen ein epidemischer Zusammenhang wahrscheinlich ist oder vermutet wird)

Patienten- und Personalbewegungen einschränken, um weitere Ausbreitung zu vermeiden!

Über einzuhaltende Schutzmaßnahmen sind die Besucher zu informieren!

Besucherzahl auf ein Minimum beschränken.

Besucher durch Stationspersonal in Händedesinfektion und Anwendung von Schutz­kitteln einweisen.

Isolierung

Erforderlich!

Kohortenisolierung ist möglich!

Eine eigene Toilette/Toilettenstuhl ist notwendig!

Entisolierung

Frühestens 48 Stunden nach Abklingen klinischer Symptome!

Kontaktpatienten

Mitpatienten werden beobachtet, um das Auftreten krankheitsspezifischer  Symptome rechtzeitig zu bemerken.

Besucher

Der Besucherverkehr soll eingeschränkt werden.

Die jeweiligen Patientenzimmer sind mit der Isolierungstafel zu kennzeichnen.

Alle Personen (Besucher wie Mitarbeiter) müssen sich vor dem Betreten des Zimmers im Stationsstützpunkt melden.

Die Besucher werden vom Stationspersonal über die Infektionsrisiken informiert und in die speziellen Hygiene­maßnahmen eingewiesen.

Grundsätzlich gelten die gleichen Hygienemaßnahmen wie für das medizinische Personal.

Ambulanter Bereich/Aufwachraum

Patienten müssen isoliert werden und können deswegen nicht gemeinsam mit anderen Patienten im Aufwachraum bzw. Wartebereich versorgt werden.

Händedesinfektion

Viruswirksames Desinfektionsmittel verwenden, zum Beispiel Desderman pure 1x 30 Sekunden

Einwirkzeit beachten!

Patienten
Nach jedem Toilettenbesuch Hygienische Händedesinfektion (Anleitung durch das Stationspersonal)

Einmalhandschuhe

Erforderlich bei Kontakt mit erregerhaltigem Material, Körper­flüssigkeiten oder Ausscheidungen

Nach dem Ablegen hygienische Händedesinfektion!

Schutzkittel

Erforderlich beim Umgang mit kontaminiertem Material, dem Patienten selbst oder der kontaminierten Umgebung.

Schutzkittel wird im Zimmer entsorgt.

Mund-Nasen-Schutz/Schutzbrille

Mund-Nasen-Schutz (chirurgischer Mundschutz) ist erforderlich.

Augenschutz kann gegebenenfalls sinnvoll sein.

Wäscheentsorgung

Entsorgung im Patientenzimmer.

Transport zur Wäscherei im fest verschlossenen Plastiksack (für infektiöse Wäsche).

Geschirr

Geschirrspülautomat, Betriebstemperatur > 60 °C.

Sofern vorhanden, chemisch-thermische Desinfektion mit Gewerbegeschirrspüler

Bei Ausbrüchen

Erfolgt die Aufbereitung der Gläser/Tassen durch das  Cateringunternehmen (Entsorgung über Speisetransport­wagen).

Vorab "Meldebogen - Benachrichtigung bei einem Enteritisviren-Ausbuch“ an UMS GmbH (Universitätsmedizin Rostock Service GmbH) versenden.
Formular ist hier bzw. im SAP abrufbar.

Ist eine chemisch-thermische Desinfektion mit einem Gewerbe­geschirrspüler (93 °C) möglich, kann die Aufbereitung auf Station erfolgen.

Pflege-/Behandlungs- und Untersuchungsgeräte und -Hilfsmittel (Medizinprodukte)

Patientenbezogen einsetzen

Nach Gebrauch desinfizierend reinigen bzw. Aufbereitung nach Herstellerangaben bzw. verwerfen

Abfallentsorgung

Normale Entsorgung (‘‘Krankenhausspezifische Abfälle‘‘ – AS 180104/180101/Abfallgruppe B)

Fäzes und Urin in die Kanalisation

Flächendesinfektion

Desinfektion aller patientennahen Kontaktflächen inklusive Türgriffe mindestens 1x pro Schicht (in Sanitärbereichen gegebenenfalls häufiger)

Sofortige Desinfektion nach Kontamination, Entlassung bzw. Verlegung mit viruzidem Desinfektionsmittel.

Viruswirksames Desinfektionsmittel

Terralin protect 2 % bzw. Dismozon plus

Über die Apotheke der UMR abrufbar.

0,8 % = 2 Beutel/4 Liter

Patiententransfer

Transportdienst und Zielbereich sind zu informieren.

Medizinprodukte sind desinfizierend zu reinigen.

Die Patienten müssen zum Verlassen des Zimmers eine hygienische Händedesinfektion durchführen.

Schutzkleidung für das Transportpersonal siehe oben

Besonderheiten im OP

Es ist nicht notwendig, infektiöse Patienten am Ende des Programms zu behandeln.

Personal darf nicht ohne Wechsel der Bereichskleidung in einen anderen OP.

Beim Verlassen des OP ist ein Schutzkittel überzuziehen.

Die Umkleiden sind sofort aufzusuchen und dort frische Bereichskleidung anzulegen.

Besonderheiten für das Personal

Bereichspflege ist sinnvoll.

Bei erkrankten Mitarbeitern in der Patientenbetreuung im Rahmen von Ausbrüchen ist eine Freistellung auch bei geringer gastrointestinaler Symptomatik erforderlich.

Wiederaufnahme der Tätigkeit frühestens 2 Tage nach Symptomfreiheit.

Für einen Zeitraum bis zu 14 Tagen ist eine Virusausscheidung nicht auszuschließen.

Durchführung einer korrekten Händedesinfektion! mit einem viruswirksamen Desinfektionsmittel beim Auftreten von Noroviren, Adeno-, Astro- und Sapoviren.

Schwangere Mitarbeiterinnen
Arbeiten auf Station ist möglich.
Kontakt mit dem erkrankten Patienten ist zu vermeiden.


Stand: August 2020


Viral bedingte Enteritiden, Noro- und Rotaviren; Adeno- und Astroviren