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IV - Virologie


Epstein-Barr-Virus (EBV)

Untersuchungsindikation

  • Infektiöse Mononukleose (IM) (Synonym: Morbus Pfeiffer):
    • Tonsillitis
    • Fieber
    • Lymphknotenschwellung
    • Hepatosplenomegalie
  • Immunsupprimierte Patienten mit symptomatischen Reaktivierungen
  • Lymphome nach Transplantationen: PTLD – Post-Trans­plantations-Lymphoproliferation
  • EBV-assoziierte Tumoren

Untersuchungsmaterial

Serologie

  • 5-10 ml Serum, Plasma

PCR

z. B.

  • EDTA-Blut
  • Liquor
  • respiratorische Sekrete

    Methodik

    • Quantitativer Nachweis von Epstein-Barr-Virus IgG-/IgM-Antikörpern mittels ELISA
    • Qualitativer Nachweis von IgG- und IgM-Antikörpern mittels Line-Immunoassay (LIA), Bestimmung der IgG-Avidität
    • Qualitativer und quantitativer (EBV, CMV) Nachweis mittels Herpes-Konsensus-PCR

    Bemerkungen

    Die Seroprävalenz von EBV beträgt im Alter von 2 Jahren ca. 50% und steigt bis zum 40. Lebensjahr auf >99% an.

    Die Erstinfektion erfolgt meistens im frühen Kindesalter und verläuft i. d. R. asymptomatisch. Reaktivierungen sind bei diesem lebenslang in Lymphozyten persistierenden Virus in jedem Lebensalter möglich.

    Bei dem klinischen Bild einer infektiösen Mononukleose sollte bei unauffälliger EBV-Serologie (in ca. 5-10% der Fälle) differentialdiagnostisch an Toxoplasmose, CMV, HHV6 und 7 sowie HIV gedacht werden.

    Bemerkungen zum Nachweisverfahren

    Serologie

    Mit der indirekten ELISA-Technik (Enzyme Linked Immunosorbent Assay) als quantitative Tests können folgende humane EBV-Antikörper in humanem Serum oder Plasma  nachgewiesen werden:

    • EBV Early Antigen (EA) IgG
    • Virus-Capsid-Antigen (VCA) IgG und IgM
    • EBV-nukleäres Antigen 1 (EBNA1) IgG

    Der Line-Immunoassay ist eine Nitrozellulose-Membran mit separater Auftragung der Einzel-Antigene des Epstein-Barr-Virus. Die IgG-Avidität beurteilt die Stärke der Bindung zwischen den vorhanden VCA-IgG-Antikörpern und verschiedenen EBV-Antigenklassen. Damit wird eine Zuordnung zu den Stadien einer EBV-Infektion bei un­klaren ELISA-Ergebnissen erleichtert.

    PCR

    Viruslastbestimmung:

    Der lineare Bereich für die Quantifizierung des Epstein-Barr-Virusgenoms liegt bei 250 bis 107 Genomkopien / ml Ausgangsmaterial.
    Viruslasten unter 250 Kopien/ml Untersuchungsmaterial können detektiert, aber nicht exakt quantifiziert werden, so dass in diesem Fall nur eine qualitative Aussage möglich ist (schwach positiv).

    Die Herpes-Konsensus-Amplifikation erlaubt die Nachweise von Herpes Simplex Virus Typ 1 und 2 (HSV-1 und -2), Cytomegalie­virus (CMV), Varizella Zoster Virus (VZV), Epstein Barr Virus (EBV) und Humanes Herpesvirus Typ 6 (HHV-6). Die Identi­fikation des jeweiligen Virus erfolgt mit einer spezifischen Sonde. Die Nachweisgrenzen sind mit 250 Kopien/ml Untersuchungs­material angegeben.

    Bewertung

    Serologie

    Eine akute Primärinfektion wird serologisch durch VCA-IgM- und IgG-Antikörpern angezeigt. IgM-Antikörper sind in diesem Fall meistens (in ca. 90%), aber nicht immer nachweisbar. Der Nachweis von EBV-EA-IgG ist hier weniger zuverlässig.

    In Fällen einer noch negativen oder grenzwertig positiven Serologie bei Verdacht auf eine Primärinfektion oder bei klinischem Verdacht auf eine Reaktivierung ist die Viruslast­bestimmung im Blut zu erwägen.

    Sind EBNA-1-IgG-Antikörper messbar, handelt es sich am ehesten um eine länger zurückliegende Infektion, da diese Antikörper erst einige Wochen - Monate nach der Primärinfektion gebildet werden.

    Der LIA bietet als Ergänzungsdiagnostik bei im ELISA negativem EBNA-1-IgG-Ergebnis die Möglichkeit, durch Nachweis zusätzlicher EBV-Antigene eine Primärinfektion zu bestätigen bzw. auszuschließen. Das rekombinante p18-Antigen spielt hier eine entscheidende Rolle. Ebenso ist die Bestimmung der IgG-Avidität hier hilfreich.

    Alle Befundinterpretationen können nur im Zusammenhang mit der klinischen Symptomatik erfolgen!


    Stand: Juni 2014


    Virologie

    (alphabetisch geordnet)

    M - N

    Inhalt N

    O - P

    Inhalt O

    • Keine Eintragungen

    Q - R

    Inhalt Q

    • Keine Eintragungen

    S - T

    U - W

    Inhalt U

    • Keine Eintragungen

    Inhalt W

    • Keine Eintragungen

    X - Z

    Inhalt X

    • Keine Eintragungen

    Inhalt Y

    • Keine Eintragungen

    Inhalt Z

    • Keine Eintragungen

    Leistungsverzeichnis Epstein-Barr-Virus

    Nachweis-
    möglichkeiten
    Untersuchungs-
    material
    Besonderheiten bei Probentransport, -lagerung*
    AK
    • Serum
    • Plasma
     
    -
    PCR
    (quantitativ)
      • EDTA-Blut
      • Liquor
      • BAL/TS
      • Kammerwasser/ Tränenflüssigkeit
      • Bläscheninhalt
      • Wund- und Hautabstriche
      • Bioptate
      -

      *(abweichend von allgem. Hinweisen zu Lagerung und Transport )


      Legende

      AgAntigennachweis
      AkAntikörpernachweis
      PCRPolymerase Chain Reaction, Polymerase-Kettenreaktion

      Allgemeine Hinweise zu Lagerung und Transport

      Blutproben für serologische Untersuchungen

      • Zeit zwischen Probeentnahme und Laboreingang < 72h
      • Lagerung bei Raumtemperatur oder gekühlt (2-8 °C)

      Untersuchungsmaterial für molekularbiologische Untersuchungen (PCR)

      • Nativmaterial oder Proben / Abstriche im Universal-Transportmedium (UTM) einsenden
      • max. 24h Lagerung (gekühlt 2-8°C)
      • Transport bei Raumtemperatur

      Stuhlproben zum Antigennachweis

      • Zeit zwischen Probeentnahme und Laboreingang < 72h
      • Lagerung gekühlt bei 2-8°C
      • Transport bei Raumtemperatur