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IV - Virologie


Hepatitis C-Virus (HCV)

Untersuchungsindikation

  • Unklare Hepatopathien
  • Leberzirrhose
  • Leberzellkarzinom
  • Akute oder chronische  Hepatitis

Untersuchungsmaterial

Serologie/PCR

  • 5-10 ml Serum, Plasma (EDTA-Blut)

Methodik

  • Qualitativer Nachweis von IgG- und IgM-Antikörpern (gesamt)  mittels CMIA als Suchtest
  • Qualitativer Nachweis von IgG- und IgM-Antikörpern (gesamt) mittels Line-Immunoassay (LIA) als Bestätigungstest
  • Quantitative Bestimmung der Hepatitis-C-Virus-RNA mittels Real-time-PCR 

Bemerkungen

Jährlich werden dem Robert-Koch-Institut zwischen 5000 und 5500 HCV-Neuerkrankungen gemeldet.

Im Rahmen einer bundesweiten Stichprobenuntersuchung (6748 Teilnehmer) im Jahre 1998 wurde die  Seroprävalenz für Deutschland mit ca. 0,4% errechnet. Von diesen mit  HCV infizierten Teilnehmern hatten 84% auch eine positive HCV-PCR.

Ein erhöhtes HCV-Risiko haben z.B. Menschen mit aktivem oder ehemaligem Drogenabusus (70-80% HCV-Positivität) und Dialysepatienten (4-5% HCV-Positivität).

Bemerkungen zum Nachweisverfahren

Serologie

Ein Chemilumineszenz-Mikropartikel-Immunoassay (CMIA) als Suchtest dient zum qualitativen Nachweis von Antikörpern gegen das Hepatitis-C-Virus (anti-HCV-IgG / IgM).

Mittels Line-Immunoassay (LIA) als Bestätigungstest werden Antikörper gegen HCV-Antigene aus der Core-Region, der hypervariablen Region E2 (HVR), der Helicase-Region NS3 und den Regionen NS4A, NS4B und NS5A nachgewiesen.

PCR

Die Real-time-Reverse Transkriptase (RT)-PCR ist ein in-vitro-Nukleinsäure-Amplifikationstest (NAT) zur quantitativen Bestimmung der HCV-RNA in Humanserum oder EDTA–Plasma. Es werden die Genotypen 1 bis 6 erfasst.

Nach Herstellerangaben gelten eine 95%ige Positivitätsrate ab 16,1 IE/ml im EDTA-Plasma bzw. 25 IE/ml im Serum. Die lineare Quantifizierung ist ab 25 IE/ml Blut möglich. Die Spezifität beträgt 100%.

Eine HCV-Genotypisierung erfolgt bei Erstnachweisen nach Versand zum Nationalen Referenzzentrum, ebenso ist dort nach Anforderung eine Resistenztestung möglich.

Bewertung

Im Rahmen einer Stufendiagnostik erfolgt zuerst ein Antikörper-Suchtest in Form eines CMIA. Mit diesem Verfahren können keine Aussagen zur Antikörperklasse sowie zur Akuität einer HCV-Infektion getroffen werden. Eine gesonderte Bestimmung von IgM-Antikörpern ist nicht etabliert, denn bei akuten Infektion lassen sie sich in nur ca. 70% der Fälle nachweisen. Zudem ist eine IgM-Persistenz im Rahmen chronischer Infektionen bekannt.

Bei grenzwertigem oder positivem Ergebnis im Suchtest wird der HCV-Bestätigungstest durchgeführt (Immunoblot), der bei einem positiven Resultat eine aktive oder ausgeheilte HCV-Infektion belegt. Für die Beurteilung der Infektiosität ist daher die molekularbiologische Bestimmung der Viruslast erforderlich.

Allgemein gilt, dass zirkulierende Antikörper in der Regel erst nach ca. 7-8 Wochen nachgewiesen werden können, virale RNA bereits zwei Wochen nach Virusexposition. Daher sollte bei klinischem Verdacht und / oder fraglichen serologischen Ergebnissen eine Viruslast­bestim­mung angestrebt werden.

Die quantitative Bestimmung der HCV-RNA ist ein Maß für die aktive Virämie. Aufgrund intermittierender Virämien kann erst bei wiederholt nicht nachweisbarer Viruslast innerhalb von 6-12 Monaten von einer ausgeheilten HCV-Infektion ausgegangen werden. Die Antikörper persistieren nach ausgeheilter Infektion für ca. 10-20 Jahre.

Nach einer Nadelstichverletzung gehören folgende Parameter zur Routine­diagnostik der Serumproben von Indexpatienten und Verletzten:

Indexpatient: Anti-HBc-IgG/IgM (gesamt), HBs-Ag, Anti-HBs, Anti-HCV sowie ein HIV-Suchtest

Verletzter (Betroffener): Anti-HBs, Anti-HCV und HIV-Suchtest

Alle Befundinterpretationen können nur im Zusammenhang mit der klinischen Symptomatik erfolgen!


Stand: Juni 2014


Auszug Einsenderhinweise

(alphabetisch geordnet)

M - N

Inhalt N

O - P

Inhalt O

  • Keine Eintragungen

Q - R

Inhalt Q

  • Keine Eintragungen

S - T

U - W

Inhalt U

  • Keine Eintragungen

Inhalt W

  • Keine Eintragungen

X - Z

Inhalt X

  • Keine Eintragungen

Inhalt Y

  • Keine Eintragungen

Inhalt Z

  • Keine Eintragungen

Leistungsverzeichnis Hepatitis C-Virus

Nachweis-
möglichkeiten
Untersuchungs-
material
Besonderheiten bei Probentransport, -lagerung*
AK
  • Serum
  • Plasma
 
-
PCR
(quantitativ)
    • Serum
    • EDTA-Blut
    • max. 6h Probenlagerung bis Laboreingang

    *(abweichend von allgem. Hinweisen zu Lagerung und Transport )


    Legende

    AgAntigennachweis
    AkAntikörpernachweis
    PCRPolymerase Chain Reaction, Polymerase-Kettenreaktion

    Allgemeine Hinweise zu Lagerung und Transport

    Blutproben für serologische Untersuchungen

    • Zeit zwischen Probeentnahme und Laboreingang < 72h
    • Lagerung bei Raumtemperatur oder gekühlt (2-8 °C)

    Untersuchungsmaterial für molekularbiologische Untersuchungen (PCR)

    • Nativmaterial oder Proben / Abstriche im Universal-Transportmedium (UTM) einsenden
    • max. 24h Lagerung (gekühlt 2-8°C)
    • Transport bei Raumtemperatur

    Stuhlproben zum Antigennachweis

    • Zeit zwischen Probeentnahme und Laboreingang < 72h
    • Lagerung gekühlt bei 2-8°C
    • Transport bei Raumtemperatur

    Hygienemerkblatt

    Hepatitis B/C/D

    Meldepflicht

    Verdacht, Nachweis, Erkrankung, Tod namentlich zu melden an:

    Gesundheitsamt
    Abteilung Infektionsschutz
    Paulstraße 22
    18055 Rostock
    0381 381 9552

    • Pflichtformular laut Infektionsschutzgesetz § 6 (1)
    • Formulare sind hier bzw. im SAP abrufbar
    • Meldepflichtig ist der feststellende Arzt

    Darüber hinaus ist der direkte oder indirekte Nachweis durch den Leiter des diagnostizierenden Labor namentlich zu melden:

    • für HBV und HDV im Fall des Hinweises auf eine akute Infektion;
    • für HCV für alle Nachweise, sofern nicht bekannt ist, dass eine chronische Infektion vorliegt (§ 7 (1) IfSG)

    Erreger

    Hepatitis B-Virus

    Hepatitis C-Virus

    Hepatitis D-Virus (nur in Verbindung mit Hepatitis B-Virus-Infektion)

    Infektiöses Material

    Körperflüssigkeiten, 

    • insbesondere Blut;
    • Sperma,
    • Vaginalsekret

    Übertragungsweg

    • Stich- und Schnittverletzungen,
    • sonstige ggf. auch kleine Verletzungen,
    • Schleimhautkontakt,
    • Aerosole bei Verletzung des Patienten im Respirationstrakt (z. B. zahnärztliche Behandlung!)

    Inkubationszeit

    HBV

    40-200 Tage
    (im Durchschnitt 60-90 Tage)

    HCV

    2-24 Wochen
    (im Durchschnitt 6-9 Wochen)

    Dauer der Infektiosität

    HBV

    Bei ca. 80 % der Betroffenen wegen spontaner Ausheilung

    • < ½ Jahr

    Bei den restlichen 20 % ohne eine spezifische Behandlung sowie bei der überwiegenden Mehrzahl von HCV-Infizierten ohne eine spezifische Behandlung:

    • langfristig
      (d. h. im Bereich von Jahren, wenn nicht lebenslang)

    Für HDV-Infizierte bestimmt die aktive HBV-Infektion die Infektiosität.

    Für HBV- und HCV-Infizierte gilt:

    Die Infektiosität sinkt unter einer spezifischen Therapie innerhalb weniger Wochen in der Regel unter die Gefahrengrenze.

    Gegen HBV geimpfte Mitarbeiter und Kontaktpatienten sind in der Regel gegen die HBV-Infektion geschützt (ggf. Impftiter rasch bestimmen lassen).

    Diagnostik (zum Erstnachweis bzw. Verlauf)

    Serum auf Antikörper und Antigene,

    Ggf. EDTA-Blut für die PCR in die Virologie

    Viruslast mittels PCR (Virologie) zur Bestimmung der Infektiosität

    Hygienemaßnahmen/Schutzmaßnahmen

    Isolierung/Entisolierung

    In der Regel nicht erforderlich

    Ausnahme: Blutender Patient, unkontrollierbar aggressiver bzw. verwirrter Patient;

    Eine eigene Toilette/Toilettenstuhl ist in der Regel nicht notwendig.

    Ausnahme: Unbehandelter, schwer lenkbarer HBV-Patient mit unkontrol­lierbaren Blutungen (z. B. bei Fissuren, Hämorrhiden, Menses).

    Kontaktpatienten

    Von Indexpatienten mit geringer HBV-Viruslast bzw. unter laufender anti-HBV-Therapie sowie von HCV-Patienten geht in der Regel keine Gefahr für Mitpatienten aus.

    Ferner sind gegen HBV geimpfte Kontaktpatienten nicht gefährdet.

    Besucher

    Standardhygiene ist ausreichend.

    Es gelten daher keine weiteren Einschränkungen für Besucher, Studierende und Mitarbeiter anderer Bereiche.

    Ambulanter Bereich/Aufwachraum

    Standardhygiene ist ausreichend.

    Händedesinfektion

    Händedesinfektion gemäß Basishygieneordnung.

    Alle im Hause verfügbaren Händedesinfektionsmittel sind geeignet.

    Einwirkzeit beachten!

    Einmalhandschuhe

    Erforderlich bei Kontakt mit erregerhaltigem Material, Körper­flüssigkeiten oder Ausscheidungen.

    Nach dem Ablegen hygienische Händedesinfektion!

    Schutzkittel

    Erforderlich, wenn mit Verspritzen von kontaminiertem Material gerechnet werden muss.

    Mund-Nasen-Schutz/Schutzbrille

    Erforderlich, wenn mit Aerosolbildung oder Verspritzen von Blut, Körperflüssigkeiten oder Ausscheidungen zu rechnen ist (z. B. Intubation, Absaugung, etc.).

    Wäscheentsorgung

    Entsorgung im fest verschlossenen Wäschesack.

    Geschirr

    Geschirrspülautomat, Betriebstemperatur > 60°C

    Sofern vorhanden, chemisch-thermische Desinfektion mit Gewerbegeschirrspüler

    Pflege-/Behandlungs- und Untersuchungsgeräte und-Hilfsmittel (Medizinprodukte)

    Nach Gebrauch desinfizierend reinigen bzw. Aufbereitung nach Herstellerangaben bzw. verwerfen.

    Abfallentsorgung

    Normale Entsorgung (‘‘Krankenhausspezifische Abfälle‘‘- AS180104/180101/Abfallgruppe B);

    Fäzes und Urin in die Kanalisation

    Flächendesinfektion

    Desinfektion nach Kontamination, bei Entlassung bzw. routinemäßig laut Basishygieneordnung
    (siehe BHO/Desinfektion).

    Desinfektionsmittel laut Desinfektionsplan

    Patiententransfer

    Beim Transport sind keine Besonderheiten zu beachten.

    Standardhygiene ist ausreichend.

    Besonderheiten im OP

    Neben der allgemeinen Standardhygiene im OP oder der Funktionsabteilung ist das Tragen von doppelten Handschuhen sowie Gesichtsschutz (Augenschutz) sinnvoll.

    Besonderheiten für das Personal

    Nicht-immunes Personal
    (mit Patientenkontakt, Labor- und Entsorgungspersonal sowie Reinigungspersonal) muss sich einer Impfung unterziehen (ArbSchG!), ansonsten ist eine Beschäftigung mit Expositionsrisiko nicht möglich.

    Simultanimmunisierung nur bei HBV-Exposition:
    ist bei nicht-immunem Personal postexpositionell umgehend zu veranlassen.

    Bei Rückfragen Information durch den Betriebsärztlichen Dienst!

    Schwangere Mitarbeiterinnen

    Kontakt mit dem Patienten ist unter strikter Einhaltung der Standardhygieneregeln erlaubt.

    Invasive Maßnahmen dürfen nicht durchgeführt werden.


    Stand: August 2020


    Hepatitis B/C/D

    Auszug BHO Sofortmaßnahmen

    Sofortmaßnahmen


    Stand: September 2017


    Sofortmaßnahmen