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IV - Virologie


Hepatitis E-Virus (HEV)

Untersuchungsindikation

  • Unklare Hepatopathien
  • Pathologische Leberwerte

Untersuchungsmaterial

  • 5-10 ml Serum, Plasma

Methodik

  • Qualitativer Nachweis von IgG- und IgM-Antikörpern gegen das Hepatitis-E-Virus mittels Line-Immunoassay (LIA)

Bemerkungen

In Deutschland gehört die Hepatitis E mit ca. 220 gemeldeten Fällen pro Jahr zu den selteneren Hepatitiden. Ca. 50% dieser Fälle wurden aus Endemiegebieten (z. B. Asien, Afrika) importiert.

Wahrscheinlich besteht aufgrund von unterlassener spezifischer Diagnostik ein deutliches Nachweisdefizit insbesondere für die endemische Infektion. Epidemiologisch ist die Erkrankung den Zoonosen zuzuordnen.

In Deutschland sind insbes. Wildschweine, ggf. auch Haus­schweine die tierischen Wirte des Virus.

Bemerkungen zum Nachweisverfahren

Der eingesetzte Immunoassay umfasst den qualitativen Nachweis von IgM- und IgG-Antikörpern gegen HEV (Genotypen 1 und 3).

Eine Differenzierung zwischen den Genotypen ist mit diesem Testverfahren nicht möglich.

Bewertung

Das Vorhandensein von HEV-IgM- bzw. IgM- und IgG-Antikörpern kann für eine HEV-Infektion sprechen.

Während IgG-Antikörper zum Teil jahrelang nachweisbar sein können, sind IgM-Antikörper in aller Regel nach 1-3 Monaten nicht mehr detektierbar. In ca. 10% kommt es zum Ausbleiben einer IgM-Antwort. In diesen Fällen ist der molekularbiologische RNA-Nachweis aus Blut oder Stuhl hilfreich, der auch schon ca. eine Woche vor Symptombeginn positiv werden kann.

Bei negativen oder fraglichen Testergebnissen ist bei klinischer Indikation eine serologische  Verlaufskontrolle in 2 Wochen empfohlen.

Die Sensitivität des Immunoblots liegt lt. Herstellerangaben bei 100%.

Eine Angabe zur diagnostischen Spezifität ist derzeit nicht möglich, da kein serologischer „Goldstandard“ für HEV definiert ist.

Stattdessen wurde die Reaktivitätsrate bei Hepatitis A-C-positiven Seren mit der Seroprävalenz bei Blutspendern verglichen. Diese entspricht der bei Blutspendern gefundenen Seroprävalenz in Deutschland.

Alle Befundinterpretationen können nur im Zusammenhang mit der klinischen Symptomatik erfolgen!


Stand: August 2013


Auszug Einsenderhinweise

(alphabetisch geordnet)

M - N

Inhalt N

O - P

Inhalt O

  • Keine Eintragungen

Q - R

Inhalt Q

  • Keine Eintragungen

S - T

U - W

Inhalt U

  • Keine Eintragungen

Inhalt W

  • Keine Eintragungen

X - Z

Inhalt X

  • Keine Eintragungen

Inhalt Y

  • Keine Eintragungen

Inhalt Z

  • Keine Eintragungen

Leistungsverzeichnis Hepatitis E-Virus

Nachweis-
möglichkeiten
Untersuchungs-
material
Besonderheiten bei Probentransport, -lagerung*
AK
  • Serum
  • Plasma
 
-

*(abweichend von allgem. Hinweisen zu Lagerung und Transport )


Legende

AgAntigennachweis
AkAntikörpernachweis
PCRPolymerase Chain Reaction, Polymerase-Kettenreaktion

Allgemeine Hinweise zu Lagerung und Transport

Blutproben für serologische Untersuchungen

  • Zeit zwischen Probeentnahme und Laboreingang < 72h
  • Lagerung bei Raumtemperatur oder gekühlt (2-8 °C)

Untersuchungsmaterial für molekularbiologische Untersuchungen (PCR)

  • Nativmaterial oder Proben / Abstriche im Universal-Transportmedium (UTM) einsenden
  • max. 24h Lagerung (gekühlt 2-8°C)
  • Transport bei Raumtemperatur

Stuhlproben zum Antigennachweis

  • Zeit zwischen Probeentnahme und Laboreingang < 72h
  • Lagerung gekühlt bei 2-8°C
  • Transport bei Raumtemperatur

Hygienemerkblatt

Hepatitis A/E

Meldepflicht

Verdacht, Nachweis, Erkrankung, Tod namentlich zu melden an:

Gesundheitsamt
Abteilung Infektionsschutz
Paulstraße 22
18055 Rostock
0381 381 9552

  • Pflichtformular laut Infektionsschutzgesetz § 6 (1)
  • Formulare sind hier bzw. im SAP abrufbar
  • Meldepflichtig ist der feststellende Arzt

Erreger

Hepatitis A-Virus (HAV)

Hepatitis E-Virus (HEV)

Infektiöses Material

  • Fäzes (Stuhl)
  • weitere siehe unter Übertragungsweg

Übertragungsweg

HAV

  • mit Fäzes verunreinigte Lebensmittel;
  • Kontakt mit
    • Fäzes,
    • Speichel,
    • Blut

HEV

  • Lebensmittel aus infizierten Schweinen,
  • kontaminiertes Wasser,
  • bei extrem abwehrgeschwächten Patienten auch Kontakt mit
    • Fäzes,
    • Blut

Inkubationszeit

15-50 Tage
(im Durchschnitt 25-30 Tage)

Dauer der Infektiosität

HAV:

  • 1-2 Wochen vor Erkrankungsbeginn (Ikterus oder Transaminasenanstieg) bis 1 Woche nach Ikterus oder Transaminasenanstieg (Säuglinge auch länger).

HEV

  • bis 29 Tage (in der Regel bis 18 Tage) nach Erkrankungsbeginn
    (bei Immunsupprimierten auch länger)

Diagnostik (zum Erstnachweis bzw. Verlauf)

Serum auf Antikörper und ggf. Stuhl auf PCR in die Virologie zum Erstnachweis

In der Regel ist keine Verlaufsdiagnostik aus rein hygienischer Indikation erforderlich.

In seltenen Einzelfällen (z. B. zur vorzeitigen Aufhebung der Isolierung) kann die Viruslast mittels PCR bestimmt werden (Virologie).

Hygienemaßnahmen/Schutzmaßnahmen

Isolierung/Entisolierung

HAV

  • Bis zwei Wochen nach Auftreten der ersten klinischen Symptome bzw. eine Woche nach Beginn des Ikterus notwendig.
  • Dies beinhaltet eine eigene Toilette bzw. einen Toilettenstuhl für den betroffenen Patienten.

HEV

  • Isolierung nur gegenüber extrem abwehrgeschwächten Patienten notwendig

Kontaktpatienten

HAV
Nicht immune Patienten

  • Für Mitpatienten sollte eine Postexpositionsprophylaxe erwogen werden.

Patienten mit unklarer Immunität

  • Immunstatus bestimmen (eilt).

HEV

  • Kontaktpatienten sind in der Regel nicht gefährdet;
  • Ausnahme extrem abwehrgeschwächte Patienten

Besucher

Die jeweiligen Patientenzimmer sind mit der Isolierungstafel zu kennzeichnen.

Alle Personen (Besucher wie Mitarbeiter) müssen sich vor dem Betreten des Zimmers im Stationsstützpunkt melden.

Die Besucher werden vom Stationspersonal über die Infektionsrisiken informiert und in die speziellen Hygiene­maßnahmen eingewiesen.

Grundsätzlich gelten die gleichen Hygienemaßnahmen wie für das medizinische Personal.

Ambulanter Bereich/Aufwachraum

HAV

  • Barrierepflege ist möglich.
  • Wenn aus organisatorischen Gründen nicht möglich, muss der Patient isoliert werden.

HEV

  • Standardhygienemaßnahmen reichen aus

Händedesinfektion

Händedesinfektion gemäß Basishygieneordnung.

Viruswirksames Desinfektionsmittel verwenden (z. B. Desderman pure 1 x 30 Sekunden).

Einwirkzeit beachten!

Patienten

Nach jedem Toilettenbesuch (Anleitung der HD durch das Stationspersonal)

Einmalhandschuhe

  • Erforderlich bei Kontakt mit
    • erregerhaltigem Material,
    • Körperflüssigkeiten oder
    • Ausscheidungen
  • Nach dem Ablegen hygienische Händedesinfektion!

Schutzkittel

  • Erforderlich beim Umgang mit
    • kontaminiertem Material oder
    • der kontaminierten Umgebung.

Mund-Nasen-Schutz/Schutzbrille

Nicht erforderlich!

Wäscheentsorgung

  • Entsorgung im fest verschlossenen Wäschesack

Geschirr

  • Geschirrspülautomat, Betriebstemperatur > 60°C
  • Sofern vorhanden, chemisch-thermische Desinfektion mit Gewerbegeschirrspüler

Pflege-/Behandlungs- und Untersuchungsgeräte und -Hilfsmittel (Medizinprodukte)

Nach Gebrauch desinfizierend reinigen bzw. Aufbereitung nach Herstellerangaben bzw. verwerfen.

Abfallentsorgung

Normale Entsorgung (‘‘Krankenhausspezifische Abfälle‘‘ – AS 180104/180101/Abfallgruppe B);

Fäzes und Urin in die Kanalisation

Flächendesinfektion

Desinfektion aller erreichbaren Flächen im Patientenzimmer mit viruzidem Desinfektionsmittel mindestens 1 x pro Tag, bei Entlassung bzw. sofortige Desinfektion nach Kontamination.

(Dismozon plus, über Apotheke der UMR abrufbar; Anwendungskonzentration 0,8 % = 2 Beutel / 4l)

Patiententransfer

  • Transportdienst und Zielbereich sind zu informieren.
  • Die Patienten müssen zum Verlassen des Zimmers eine hygienische Händedesinfektion durchführen (siehe Händedesinfektion).

    Besonderheiten im OP

    Es ist nicht notwendig, infektiöse Patienten am Ende des Programms zu behandeln.

    Die spezifischen Maßgaben zur viruswirksamen Flächen- und Händedesinfektion sind zu beachten.

    Besonderheiten für das Personal

    Bereichspflege ist sinnvoll.

    Wenn möglich, soll nur immunes Personal eingesetzt werden (Hepatitis A). 

    Schwangere Mitarbeiterinnen

    • Arbeiten auf Station ist möglich.
    • Kontakt mit dem erkrankten Patienten ist zu vermeiden.

    Stand: August 2020


    Hepatitis A/E