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IV - Virologie


BKV – Humanes Polyomavirus-1, JCV – Humanes Polyomavirus-2

Untersuchungsindikation

  • symptomatische Reaktivierungen der chronischen Infektion bei immunsupprimierten Patienten häufig

BKV

  • Polyomavirus-assoziierte Nephropathie (PVAN)
  • hämorrhagische Zystitis (HC)

JCV

  • progressive multifokale Leukenzephalopathie (PML)

Untersuchungsmaterial

BKV

  • 5-10 ml EDTA-Blut
  • Urin

JCV

  • 5-10 ml EDTA-Blut
  • Urin
  • Liquor

Methodik

  • Viruslastbestimmung im Real-Time-PCR-Verfahren

Bemerkungen

Die Infektion mit BKV und JCV erfolgt i.d.R. im frühen Kindes­alter. Eine asymptomatische Primärinfektion mit Viruspersistenz in der Niere ist möglich.

Altersabhängig (Beginn ab 2. Lebensjahr, rapider Anstieg vom 5-10 Lj.) besteht für BKV eine Seroprävalenz von 55-85% unab­hängig von einer Durchseuchung mit JCV.

Für die Seroprävalenz von JCV variieren die länderspezifischen Angaben zwischen 44% und 92%. Eine serologische Diagnostik ist daher nur wenig zielführend.

Methode der Wahl ist die Viruslastbestimmung mittels PCR. Für JCV sind hohe Virurieraten bekannt, für BKV liegen sie bei 20-40%.

Bemerkungen zum Nachweisverfahren

Mittels PCR erfolgt die Bestimmung der Menge an BKV- bzw. JCV-DNA (Viruslast).

Die Sensitivitäts- und Quantifizierungsgrenze beider Real-Time-PCR-Verfahren wurde auf 600 Genomkopien / ml Ausgangs­material festgelegt.

Viruslasten unter 600 Kopien / ml Untersuchungsmaterial können detektiert, aber nicht exakt quantifiziert werden, so dass in diesem Fall nur eine qualitative Aussage möglich ist.

Bewertung

Jeder Nachweis von BKV-DNA beweist das Vorhandensein des Virus im Organismus.

Der BKV-Nachweis im Plasma bei Nierentransplantierten ist mit einem erhöhten Risiko für das Auftreten einer BKV-Nephropathie assoziiert. Hier sind Kontrolluntersuchungen in 4-6 Wochen empfohlen und bei klinischem Verdacht eine Nierenbiopsie.

Bei hämorrhagischer Zystitis kann der Nachweis von BKV-DNA im Urin zur Abgrenzung einer medikamentös-toxischen Ursache helfen.

Über die Relevanz der nachgewiesenen Virusmengen ist noch nicht viel bekannt. Aktuell wird in der Literatur von folgenden Assoziationen ausgegangen:

Polyoma-assoziierte Nephropathie (PVAN):

>107 BKV-DNA-Kopien / ml Urin oder 10000 Kopien / ml Plasma über einen Zeitraum von > 3 Wochen

Hämorrhagische Zystitis (HC):

108-1010 BKV-DNA-Kopien / ml Urin; bei Viruslasten von 107 DNA-Kopien / ml steigt das Risiko deutlich an; Viruslasten von 104-105 DNA-Kopien / ml sind bei asymptomatischen Patienten typisch; die indikative Viruslast wird bei virämischen Patienten mit > 104 DNA-Kopien / ml Plasma angegeben.

Der JCV-DNA-Nachweis im Liquor ist bei symptomatischen immunsupprimierten Patienten hoch spezifisch für das Vorliegen einer PML. Allerdings kann dieser bei einem Teil der Patienten erst bei fortgeschrittenem Krankheitsverlauf positiv werden.

Alle Befundinterpretationen können nur im Zusammenhang mit der klinischen Symptomatik erfolgen!


Stand: August 2013


(alphabetisch geordnet)

M - N

Inhalt N

O - P

Inhalt O

  • Keine Eintragungen

Q - R

Inhalt Q

  • Keine Eintragungen

S - T

U - W

Inhalt U

  • Keine Eintragungen

Inhalt W

  • Keine Eintragungen

X - Z

Inhalt X

  • Keine Eintragungen

Inhalt Y

  • Keine Eintragungen

Inhalt Z

  • Keine Eintragungen

Leistungsverzeichnis Polyomaviren (BKV, JCV)

Nachweis-
möglichkeiten
Untersuchungs-
material
Besonderheiten bei Probentransport, -lagerung*
PCR
(quantitativ)

BKV:

  • EDTA-Blut
  • Urin

JCV:

  • EDTA-Blut
  • Urin
  • Liquor
-

*(abweichend von allgem. Hinweisen zu Lagerung und Transport )


Legende

AgAntigennachweis
AkAntikörpernachweis
PCRPolymerase Chain Reaction, Polymerase-Kettenreaktion

Allgemeine Hinweise zu Lagerung und Transport

Blutproben für serologische Untersuchungen

  • Zeit zwischen Probeentnahme und Laboreingang < 72h
  • Lagerung bei Raumtemperatur oder gekühlt (2-8 °C)

Untersuchungsmaterial für molekularbiologische Untersuchungen (PCR)

  • Nativmaterial oder Proben / Abstriche im Universal-Transportmedium (UTM) einsenden
  • max. 24h Lagerung (gekühlt 2-8°C)
  • Transport bei Raumtemperatur

Stuhlproben zum Antigennachweis

  • Zeit zwischen Probeentnahme und Laboreingang < 72h
  • Lagerung gekühlt bei 2-8°C
  • Transport bei Raumtemperatur