Medizinische Mikrobiologie und Hygiene


Hygieneanweisung zum Transport (potentiell) infektiöser Untersuchungsmaterialien

1. Transport von potentiell infektiösen Untersuchungsmaterialien

1.1. Innerbetrieblicher Transport von Materialien, die (potentiell) Erreger der Risikogruppen S2 oder S3 enthalten

  • Der innerbetriebliche Transport hat mit einem Transportwagen mit 3 Transporttaschen zu erfolgen. In jeder Transporttasche befindet sich eine Isolierbox "Coleman" mit Deckel.

  • Unter für den Transportwagen unwegsamen Bedingungen oder wenn wenig Material zu transportieren ist, ist von den Mitarbeitern immer eine Isolierbox mit Deckel zu benutzen. Diese Behälter sind flüssigkeitsdicht und fest. Beim Transport muss der Deckel der Isolierbox immer fest verschlossen sein und bleiben!

  • Der Transport von Untersuchungsmaterialien in anderen Behältnissen (z. B. Folienbeutel) ist infektionsgefährdend und deshalb nicht gestattet.

  • In die Isolierboxen sind flüssigkeitsdichte Behälter (Schutzgefäße) mit Deckel zu stellen, in welchen Probenröhrchen, Abstrichröhrchen und Probenannahmebecher gesammelt werden. Die Klickboxen (Schutzgefäße) für die Mikrobiologie sind mit IMIKRO und Biogefährdung gekennzeichnet.

  • Die Anforderungsscheine sind generell getrennt vom Untersuchungsmaterial zu sammeln und in einer gesonderten Tasche, die an der Isolierbox befestigt ist, zu transportieren. In den Sammelstellen des Klinikums sind die Anforderungsscheine in Stehsammlern und die Materialien in A4-Schalen (Fotoschalen, Plastik, weiß) zu sammeln.

1.2. Transport von (potentiell) Risikogruppe S2- oder S3-Erregerhaltigen Untersuchungsmaterialien zwischen den Kliniken im Stadtgebiet

Der Transport erfolgt mit einem PKW. Mit diesem PKW werden die Isolierboxen transportiert.

Auf dem Weg vom PKW zur Sammelstelle hat der Mitarbeiter immer eine Isolierbox mit Deckel zu benutzen.

Das Material wird am PKW den Isolierboxen mit der Beschriftung Mikrobiologie, Klinische Chemie (KIM) und Blutbank zugeordnet.

Die Vorschriften zum Beladen der Isolierboxen (Trennung von Material und Anforderungsschein) siehe Punkt 1. 1.

1.3. Materialübergabe in der Materialannahme (IMIKRO)

Das Schutzgefäß mit den Untersuchungsmaterialien wird gegen ein leeres, gereinigtes und desinfiziertes Schutzgefäß ausgetauscht.

Die getrennt transportierten Anforderungsscheine werden abgegeben.

1.4. Transport von Untersuchungsmaterialien, die (potentiell) Risikogruppe S4 bzw. Kategorie A / UN 2814-Erreger enthalten

Einige Viren stellen eine hohe Gefahr nicht nur für den betroffenen Patienten, sondern auch für alle exponierten Personen dar. Dazu gehören die Hämorrhagischen Fieberviren, verschiedene Hantaviren, Tollwutviren sowie einige andere extrem selten vorkommende Virusarten.

Für den Transport von Untersuchungsmaterialien, die solche Viren enthalten (können), sind genormte Außenverpackungen (P620 nach DIN EN 829) für jeglichen innerbetrieblichen und Straßentransport einzusetzen. Diese Verpackungen werden im Institut f. Med. Mikrobiologie, Virologie und Hygiene in kleiner Zahl vorrätig gehalten.

Die/Der den Transport anfordernde Ärztin/Arzt muss dazu den Transportdienst vorab über den bevorstehenden Transport informieren und die Anlieferung der vorgeschriebenen Transportverpackung aus dem IMIKRO organisieren.

Die Materialien dürfen nicht zusammen mit anderen weniger risikoreichen Materialien transportiert oder - auch separat - zwischengelagert werden, sondern müssen direkt in das IMIKRO gebracht werden.

2. Tragen von Schutzhandschuhen

Weil bei Tätigkeiten die Hände des Mitarbeiters mit Blut, Ausscheidungen, Eiter oder hautschädigenden Stoffen in Berührung kommen können (z. B. Entgegennahme des Untersuchungsmaterials in den Sammelstellen), sind dünne und flüssigkeitsdichte Schutzhandschuhe zu tragen.

Die Handschuhe müssen in verschiedenen Größen in den Sammelstellen zur Verfügung stehen, damit Tätigkeiten sicher ausgeführt werden können.

Nach Gebrauch sind diese Handschuhe in der Sammelstelle zu entsorgen. Die Handschuhe dürfen nicht während des Transports getragen werden.

3. Händedesinfektion

Den Mitarbeitern des Botendienstes wird das Händedesinfektionsmittel Sterillium® (100 ml, Bode Chemie GmbH & Co) in Form einer Kittelflasche mitgegeben.

Jeweils nach dem Ausziehen der Handschuhe, d. h. nach jedem Umgang mit den Transportbehältern, die die Untersuchungsmaterialien enthalten, müssen die Hände desinfiziert werden.

Dazu wird das Desinfektionsmittel unverdünnt (mind. 3 ml) in die trockenen Hände eingerieben (Daumen, Fingerspitzen, Zwischenräume der Finger mitbehandeln!). Die Hände müssen während des Einreibens mindestens 30 s durch das Desinfektionsmittel feucht gehalten werden.

4. Desinfektion der Transportbehälter

4.0. Allgemein

Zum Desinfizieren und Reinigen von Flächen sind feste, flüssigkeitsdichte Handschuhe zu tragen.

4.1. Zeitpunkt der Desinfektion

  • Sofort, wenn Material ausgelaufen ist.

  • Täglich ist nach der letzten Tour vom betreffenden Mitarbeiter die Isolierbox innen mit Flächendesinfektionsmittel auszuwischen.

  • Eine vollständige Reinigung und Desinfektion erfolgt monatlich (letzter Freitag im Monat) mit dem Desinfektionsmittel Bacillol® AF (1000 ml, Bode Chemie GmbH & Co) durch die Mitarbeiter des Botendienstes.

  • Die Klickboxen werden nach jedem Transporteinsatz bei Ankunft im Institut für Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Hygiene gereinigt und desinfiziert.

4.2. Vorgang der Desinfektion

  1. Handschuhe anziehen

  2. Einmallappen (z. B. Waschlappen Multitex soft, abgepackt zu 25 Stück, über die Beschaffung zu ordern) mit konzentriertem Bacillol®AF tränken

  3. Die Isolierbox und die Behälter innen und außen abwischen, 5 min. einwirken lassen

  4. Handschuhe und Einmallappen entsorgen


Stand: Februar 2006