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IV - Virologie


Humanes Herpes Virus Typen 6 und 7 (HHV-6, HHV-7)

Untersuchungsindikation

  • Primärinfektion HHV-6 (HHV-6B)
    • Exanthema subitum
    • Roseola infantum
    • kritisches Dreitagefieber

  • Mögliche Komplikationen der Primärinfektion
    • Entzündungen des Respirationstrakts
    • Entzündungen des Mittelohrs
    • Meningitis/ Enzephalitis (selten)

  • Immunsupprimierte
    • interstitielle Pneumonien nach Knochenmarkstrans­plantation
    • Abstoßungsreaktionen nach Nierentransplantationen

  • HHV-7
    • i.d.R. symptomarmer oder asymptomatischer Verlauf

Untersuchungsmaterial

  • 5-10 ml EDTA-Blut
  • Liquor
  • Respiratorische Sekrete

Methodik

  • Qualitativer und quantitativer (EBV, CMV) Nachweis mittels Herpes-Konsensus-PCR

Bemerkungen

Eine ca. 95%ige Durchseuchung mit HHV-6 ist bei 2-jährigen Kindern beschrieben. Für die HHV-7-Seroprävalenz im Jugendalter wird eine ähnliche Größenordnung angenommen.

Das Exanthema subitum (Dreitagefieber) ist das einzige gesicherte Krankheitsbild, das mit HHV-6B assoziiert ist.

Für den Subtyp A kann bisher dahingehend keine Aussage getroffen werden.

In seltenen Fällen wurde nach HHV-7-Exposition ein Mononukleose-ähnliches Krankheitsbild beobachtet. Da die Durchseuchung mit HHV-7 später als mit HHV-6 erfolgt, können Kreuzreaktivitäten auch auf Antikörperebene einen gewissen Schutz erklären und den in aller Regel symptomarmen bzw. asymptomatischen Krankheitsverlauf.

Reaktivierungen von HHV-6 und HHV-7 sind häufig, bleiben aber bei gesunden Personen in aller Regel asymptomatisch. Die ätiologische Relevanz einer Reaktivierung unter Immunsuppression ist derzeit noch unklar, klinisch relevante Erkrankungen sind jedoch beschrieben.

Diagnostische Methode der Wahl ist der DNA-Nachweis mittels PCR.

Bemerkungen zum Nachweisverfahren

PCR

Die Herpes-Konsensus-Amplifikation erlaubt die Nachweise von

  • Herpes Simplex Virus Typ 1 und 2 (HSV-1 und -2),
  • Cytomegalievirus (CMV),
  • Varizella Zoster Virus (VZV),
  • Epstein Barr Virus (EBV) und
  • Humanes Herpesvirus Typ 6 (HHV-6).

Die Identifikation des jeweiligen Virus erfolgt mit einer spezifischen Sonde.

Die Nachweisgrenzen sind mit 250 Kopien/ml Untersuchungsmaterial angegeben.

Besteht der gesonderte Wunsch nach einer HHV-7-Diagnostik, steht der Versand an das Konsiliarlabor zur Verfügung.

Bewertung

Insgesamt ist die serologische Diagnostik dem molekular­biologischen Erregernachweis unterlegen. Insbesondere der IgM-Antikörpernachweis gilt als unzuverlässig, da Kreuz­reaktivitäten zwischen HHV-6, HHV-7 und CMV möglich sind. Zudem weisen die auf dem deutschen Markt verfügbaren Testsysteme nur eingeschränkte Sensitivitäten und Spezifitäten auf.

Im Rahmen von Reaktivierungen werden serologische Auffälligkeiten (Vergleich der Indexwerte von Serumpaaren eines Patienten) nur unzuverlässig nachgewiesen. Hier gilt daher der molekularbiologische Erregernachweis als diagnostische Methode der Wahl.

Der HHV-6-DNA-Nachweis  in Untersuchungsmaterialien sollte aber immer zusammen mit dem klinischen Bild interpretiert werden, da die ätiologische Relevanz u. U. fraglich ist.

Alle Befundinterpretationen können nur im Zusammenhang mit der klinischen Symptomatik erfolgen!


Stand: Mai 2015


Auszug Einsenderhinweise

(alphabetisch geordnet)

M - N

Inhalt N

O - P

Inhalt O

  • Keine Eintragungen

Q - R

Inhalt Q

  • Keine Eintragungen

S - T

U - W

Inhalt U

  • Keine Eintragungen

Inhalt W

  • Keine Eintragungen

X - Z

Inhalt X

  • Keine Eintragungen

Inhalt Y

  • Keine Eintragungen

Inhalt Z

  • Keine Eintragungen

Leistungsverzeichnis Humanes Herpes-Virus Typ 6

Nachweis-
möglichkeiten
Untersuchungs-
material
Besonderheiten bei Probentransport, -lagerung*
AK
  • Serum
  • Plasma
 
-
PCR
(qualitativ)
    • EDTA-Blut
    • Liquor
    • BAL/TS
    • Kammerwasser/ Tränenflüssigkeit
    • Bläscheninhalt
    • Wund- und Hautabstriche
    • Bioptate
    • Urin
    -

    *(abweichend von allgem. Hinweisen zu Lagerung und Transport )


    Legende

    AgAntigennachweis
    AkAntikörpernachweis
    PCRPolymerase Chain Reaction, Polymerase-Kettenreaktion

    Allgemeine Hinweise zu Lagerung und Transport

    Blutproben für serologische Untersuchungen

    • Zeit zwischen Probeentnahme und Laboreingang < 72h
    • Lagerung bei Raumtemperatur oder gekühlt (2-8 °C)

    Untersuchungsmaterial für molekularbiologische Untersuchungen (PCR)

    • Nativmaterial oder Proben / Abstriche im Universal-Transportmedium (UTM) einsenden
    • max. 24h Lagerung (gekühlt 2-8°C)
    • Transport bei Raumtemperatur

    Stuhlproben zum Antigennachweis

    • Zeit zwischen Probeentnahme und Laboreingang < 72h
    • Lagerung gekühlt bei 2-8°C
    • Transport bei Raumtemperatur