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IV - Virologie


Humanes Immundefizienzvirus Typ 1 und 2 (HIV-1/-2)

Untersuchungsindikation

  • im Rahmen der Primärinfektion:
    • Unspezifische, persistierende Grippe-ähnliche Symptomatik
    • Lymphknotenschwellung

  • im Rahmen der chronischen Infektion:
    • Hinweise auf einen immunologischen Defekt mit oder ohne opportunistische Infektionen oder Tumoren

  • Enzephalopathie

Untersuchungsmaterial

  • 5-10 ml Serum, EDTA-Blut (PCR)

Methodik

  • Qualitativer Nachweis von HIV-1-/HIV-2-Ak, p24-Ag mittels CMIA (Such-/ Screeningtest der 4. Generation)
  • Qualitativer Nachweis von HIV-Ak als Immunoblottest (Bestätigungstest)
  • Quantitative Bestimmung von HIV-1-RNA mittels real-time-RT-PCR

Bemerkungen

Die HIV-Prävalenz variiert weltweit. Zu den Ländern mit gleichbleibend niedriger Inzidenz gehören z. B. die USA sowie die Länder Westeuropas.

Zentralafrika gehört zu den Gebieten mit hoher Inzidenz. Ein Anstieg der Inzidenz ist in Russland, Südostasien sowie Südamerika zu beobachten.

In Deutschland werden jährlich ca. 3000 HIV-Neuinfektionen an das Robert-Koch-Institut gemeldet. Davon sind in Deutschland derzeit nur ca. 0,5% Neudiagnosen mit HIV-2.

Bemerkungen zum Nachweisverfahren

Der Nachweis mittels HIV Ag/Ak Combo Assay (Suchtest 4. Generation) ist möglich ab der 4.-5. Woche nach Infektion und detektiert neben IgG- und IgM-Antikörpern auch das p24-Antigen. Bei diesem Verfahren kann nicht zwischen der Reaktivität für HIV-1-Antikörper, HIV-2-Antikörper oder HIV-p24-Antigen unterschieden werden. Ebenso ist keine Differenzierung von IgM- und IgG-Antikörpern möglich.

Im zweiten Schritt kann der Immunoblot das Vorhandensein von Antikörpern gegen das HIV-Typ 1, einschließlich der Gruppe O und HIV-Typ 2 in humanem Plasma oder Serum verifizieren. Dieser Test unterscheidet zwischen den Typen HIV-1- und HIV-2 und dient als Bestätigungstest einer HIV-Infektion. Er wird i. d. R. nach einem positiven oder grenzwertig positiven HIV-Suchtest durchgeführt.

Die quantitative HIV-real-time-Reverse Transkriptase (RT)-PCR ist ein in-vitro-Nukleinsäure-Amplifikationstest zur Bestimmung der Viruslast des Humanen Immunodefizienz-Virus vom Typ 1 (HIV-1) in humanem EDTA-Plasma in einem quantifizier­baren Bereich von 34 bis 10.000.000 Kopien / ml Unter­suchungsmaterial. Die qualitative Nachweisgrenze wird mit 17 Kopien / ml Blut angegeben.

Eine HIV-Genotypisierung sowie die Resistenztestung bei Erstnachweisen erfolgt nach Versand zum Nationalen Referenzzentrum des RKI.

Bewertung

Bei positiven Suchtesten ist vor Information des Klinikers/Patienten neben dem Bestätigungstest eine Verifizierung der Ergebnisse mit einer unabhängig gewonnenen Blutprobe notwendig.

Die quantitative RT-PCR ist nicht zur Verwendung als HIV-1-Screening-Test für Blut bzw. Blutprodukte oder als Diagnosetest zur Bestätigung einer HIV-1 Infektion vorgesehen. Sie dient ausschließlich der Viruslastbestimmung zur Beurteilung des Krankheitsverlaufes und ggf. zur Überwachung einer antiviralen Therapie.

Im Rahmen einer Nadelstichverletzung gehören folgende Parameter zur Routinediagnostik der Serumproben von Indexpatienten und Verletzten:

Indexpatient:

Anti-HBc-IgG/IgM (gesamt), HBs-Ag, Anti-HBs, Anti-HCV sowie ein HIV-Suchtest

Verletzter (Betroffener):

Anti-HBs, Anti-HCV und HIV-Suchtest

Alle Befundinterpretationen können nur im Zusammenhang mit der klinischen Symptomatik erfolgen!


Stand: August 2013


(alphabetisch geordnet)

M - N

Inhalt N

O - P

Inhalt O

  • Keine Eintragungen

Q - R

Inhalt Q

  • Keine Eintragungen

S - T

U - W

Inhalt U

  • Keine Eintragungen

Inhalt W

  • Keine Eintragungen

X - Z

Inhalt X

  • Keine Eintragungen

Inhalt Y

  • Keine Eintragungen

Inhalt Z

  • Keine Eintragungen

Leistungsverzeichnis Humanes Immundefizienz Virus

Nachweis-
möglichkeiten
Untersuchungs-
material
Besonderheiten bei Probentransport, -lagerung*
Ag, AK
  • Serum
  • Plasma
 
-
PCR
(quantitativ)
    • EDTA-Blut
    • max. 6h Probenlagerung bis Laboreingang

    *(abweichend von allgem. Hinweisen zu Lagerung und Transport )


    Legende

    AgAntigennachweis
    AkAntikörpernachweis
    PCRPolymerase Chain Reaction, Polymerase-Kettenreaktion

    Allgemeine Hinweise zu Lagerung und Transport

    Blutproben für serologische Untersuchungen

    • Zeit zwischen Probeentnahme und Laboreingang < 72h
    • Lagerung bei Raumtemperatur oder gekühlt (2-8 °C)

    Untersuchungsmaterial für molekularbiologische Untersuchungen (PCR)

    • Nativmaterial oder Proben / Abstriche im Universal-Transportmedium (UTM) einsenden
    • max. 24h Lagerung (gekühlt 2-8°C)
    • Transport bei Raumtemperatur

    Stuhlproben zum Antigennachweis

    • Zeit zwischen Probeentnahme und Laboreingang < 72h
    • Lagerung gekühlt bei 2-8°C
    • Transport bei Raumtemperatur

    Hygienemerkblatt

    HIV/AIDS

    Meldepflicht

    Erreger nicht namentlich durch Labor zu melden (laut IfSG § 7)

    Erreger

    Humanes Immundefizienz Virus

    Infektiöses Material

    • Körperflüssigkeiten,
      • insbesondere Blut;
    • Sekrete,
      • insbesondere Sperma,
      • Vaginalsekret,
      • Muttermilch;
    • jegliches Gewebe

    Übertragungsweg

    • Stich- und Schnittverletzungen,
    • Schleimhautkontakt,
    • Aerosole bei Verletzung des Patienten im Respirationstrakt
      (z. B. zahnärztliche Behandlung!)

    Inkubationszeit

    • Monate bis Jahre

    Dauer der Infektiosität

    • lebenslang

    Diagnostik (zum Erstnachweis bzw. Verlauf)

    • Serum auf Antikörper/Antigene, 
    • ggf. EDTA-Blut für die PCR in die Virologie
    • Keine Verlaufsdiagnostik aus rein hygienischer Indikation erforderlich!

    Hygienemaßnahmen/Schutzmaßnahmen

    Isolierung

    Zum Schutz der Umgebung nur erforderlich:

    • bei schwer lenkbaren und inkontinenten Patienten;
    • bei unkontrollierten Blutungen;
    • bei profusen Durchfällen;
    • beim Auftreten von unklaren Sekundärinfektionen 

    Zum Schutz des Patienten eventuell erforderlich:

    • zum Schutz des an AIDS klinisch manifest erkrankten Patienten

    Ansonsten ist die Unterbringung in einem Einzelzimmer nicht erforderlich!

    Eine eigene Toilette/Toilettenstuhl ist nicht notwendig.

    Entisolierung

    Wenn Isolierung aus den angeführten Punkten erforderlich ist, dann Entisolierung nach Rücksprache mit der Krankenhaus­hygiene.

    Kontaktpatienten

    Es besteht keine Gefährdung für Mitpatienten
    (wenn Indexpatient kooperativ, siehe Isolierung).

    Besucher

    Standardhygiene ist ausreichend.

    Es gelten daher keine weiteren Einschränkungen für Besucher, Studierende und Mitarbeiter anderer Bereiche.

    Ambulanter Bereich

    Standardhygiene ist ausreichend.

    Händedesinfektion

    Händedesinfektion gemäß Basishygieneordnung.

    Alle im Hause verfügbaren Händedesinfektionsmittel sind geeignet.

    Einwirkzeit beachten!

    Einmalhandschuhe

    Erforderlich bei Kontakt mit erregerhaltigem Material, Körper­flüssigkeiten oder Ausscheidungen.

    Nach dem Ablegen hygienische Händedesinfektion!

    Schutzkittel

    Erforderlich, wenn mit Verspritzen von kontaminiertem Material gerechnet werden muss.

    Mund-Nasen-Schutz/Schutzbrille

    Erforderlich, wenn mit Aerosolbildung oder Verspritzen von Blut, Körperflüssigkeiten oder Ausscheidungen zu rechnen ist (z. B. Intubation, Absaugung, etc.).

    Wäscheentsorgung

    Entsorgung im fest verschlossenen Wäschesack.

    Geschirr

    Geschirrspülautomat, Betriebstemperatur > 60 °C.

    Sofern vorhanden, chemisch-thermische Desinfektion mit Gewerbegeschirrspüler.

    Pflege-/Behandlungs- und Untersuchungsgeräte und -Hilfsmittel (Medizinprodukte)

    Nach Gebrauch desinfizierend reinigen bzw. Aufbereitung nach Herstellerangaben bzw. verwerfen.

    Abfallentsorgung

    Normale Entsorgung (‘‘Krankenhausspezifische Abfälle‘‘ – AS 180104/180101/Abfallgruppe B);

    Fäzes und Urin in die Kanalisation

    Flächendesinfektion

    Desinfektion nach Kontamination, bei Entlassung bzw. routine­mäßig laut Basishygieneordnung (siehe BHO/Desinfektion).

    Desinfektionsmittel laut Desinfektionsplan

    Patiententransfer

    Beim Transport sind keine Besonderheiten zu beachten.

    Standardhygiene ist ausreichend.

    Besonderheiten im OP

    Es ist nicht notwendig, infektiöse Patienten am Ende des Programms zu behandeln.

    Neben der allgemeinen Standardhygiene im OP oder der Funktionsabteilung ist das Tragen von doppelten Handschuhen sowie Gesichtsschutz (Augenschutz) sinnvoll.

    Besonderheiten für das Personal

    Siehe auch BHO/Sofortmaßnahmen nach Nadelstich- oder Schnittverletzung, Kontamination von geschädigter Haut, Auge oder Mundhöhle

    Konsultation zu jeder Tages- oder Nachtzeit des dienst­habenden Arztes bzw. des Stationsarztes der Abteilung für Infektiologie und Tropenmedizin (ZIM11)

    0381 494 7515.

    Schwangere Mitarbeiterinnen

    Kontakt mit dem Patienten ist erlaubt.

    Invasive Maßnahmen dürfen nicht durchgeführt werden.
     


    Stand: August 2020


    HIV/AIDS

    Auszug BHO Sofortmaßnahmen

    Sofortmaßnahmen


    Stand: September 2017


    Sofortmaßnahmen