Basishygieneordnung der UMR

Allgemein

  • Händedesinfektionsmittel (HDM) in Originalflaschen belassen
    • Kein Umfüllen
    • Entnahme aus Spendern
    • Flaschen (gegebenenfalls als Standflaschen mit Pumpspender/Taschenflaschen) benutzen
  • Die Größe der Händedesinfektionsmittelflasche ist der Größe des Spenders anzupassen
  • Spender sind regelmäßig aufzubereiten
    • Tägliche Aufbereitung von außen
    • Aufbereitung von innen erfolgt bei sichtbaren Verkrustungen oder Störungen der Pumpfunktion
    • Erfolgt durch die Reinigungskräfte
    • Aufbereitungsintervall ist bei der Reinigung hinterlegt
  • Anbruchsdatum auf der Händedesinfektionsmittelflasche mit Alkohol-festem Stift oder Etikett dokumentieren
    • Nicht erforderlich in Bereichen mit hohem HDM-Verbrauch, da Verbrauchsfrist anhand der Verbrauchsstatistik dargelegt werden kann.

Standzeit von Händedesinfektionsmittel

Im Spender: 6 Monate
In Flaschen mit Dosierpumpe: 12 Monate

Hygienische Händedesinfektion (HHD)

Allgemein

Überall dort, wo eine HHD durchgeführt werden muss, sind in unmittelbarer Nähe Desinfektionsmittelspender (mobile bzw. Wand- oder Bettmontierte) vorzuhalten.

Ausstattung

  • ITS/Dialysebereich: 1 Spender pro Bett
  • Nicht-ITS-Stationen: 1 Spender für zwei Patientenbetten
  • Reine/unreine Arbeitsplätze
  • Gegebenenfalls auf dem/am Verbands-/Visitenwagen

Wann?

  • Vor Patientenkontakt
  • Vor aseptischen und invasiven Maßnahmen, auch wenn dabei Handschuhe getragen werden, z. B.
    • Bronchoskopie
    • Legen eines Venen- oder Blasenkatheters
    • Punktionen
    • Vorbereitung von Injektionen
    • Kontakt mit dem Bereich der Einstichstellen von Kathetern, Drainagen
  • Nach Kontakt mit potentiell oder definitiv infektiösem Material
    • Blut, Sekret, Fäzes
  • Nach Kontakt mit kontaminierten Gegenständen
  • Vor Anlegen und nach Ablegen von Schutzhandschuhen
  • Nach Patientenkontakt
  • Nach Kontakt mit der unmittelbaren Patientenumgebung

In folgenden Situationen ist risikoabhängig die Entscheidung zwischen hygienischer Händedesinfektion oder Händewaschung zu treffen:

  • Vor Essenszubereitung oder Essenverteilung
  • Nach Toilettenbenutzung
  • Nach dem Naseputzen

Wie?

Alkoholisches Händedesinfektionsmittel 30 Sekunden auf sämtliche Bereiche der trockenen Hände verreiben.

Für die Dauer der Einwirkzeit ist die Haut feucht zu halten.

Im Fall des direkten Kontakts der Unterarme mit dem Patienten oder mit kontaminierten Oberflächen, sind diese in die Durchführung der Desinfektion einzubeziehen.

Hautläsionen an den Händen sind mit flüssigkeitsdichtem Pflaster abzudecken. Zu­sätzlich sind Schutzhandschuhe anzulegen. Nach dem Ablegen der Schutzhand­schuhe muss eine HHD toleriert werden.

Bei atopischem Ekzem an den Händen ist Kontakt mit dem BÄD aufzunehmen!

Chirurgische Händedesinfektion

Allgemein

Nagelbettverletzungen oder entzündliche Prozesse an der Hand sind ein Aus­schlusskriterium für chirurgische Arbeiten.

Sofern trotzdem so gearbeitet werden soll, ist zuvor der BÄD zu kontaktieren!

WANN?

Vor direktem Kontakt zum/zu

  • OP-Feld
  • Sterilen Medizinprodukten oder Materialen

Vor sonstigen Eingriffen mit gleichen Anforderungen an die Asepsis wie bei Operationen, z. B.

  • Gelenkpunktionen

WIE?

1. Hände-Waschung

Die Waschphase wird bei optisch sauberen Händen nicht mehr als Bestandteil der chirurgischen Händedesinfektion angesehen.

Der OP-Trakt ist mit sauberen Händen zu betreten.

Hände und Fingernägel sind im unreinen Teil der Personenschleuse vor Anlegen der Bereichskleidung zu säubern.
Dabei kommt ein Handwaschpräparat zur Anwendung.

Zur Schonung der Haut, nur im Bedarfsfall, kann eine weiche, thermisch desinfizierte Kunststoffbürste benutzt werden.

Die Waschphase sollte nicht länger als 30-60 Sekunden dauern, um eine potenzielle Hautschädigung zu vermeiden.

2. Desinfektion

  • Alkoholisches Händedesinfektionsmittel aus Spender mit Ellenbogen entnehmen
  • Einwirkzeit: laut Herstellerangaben
  • Händedesinfektionsmittel auf Händen und Unterarmen verreiben
    • Haut ständig feucht halten
  • Durchführung nach der standardisierten Einreibemethode
  • Hände sollen trocken sein, bevor sterile Handschuhe angelegt werden
    • Verringerung der Perforationsgefahr
    • Reduzierung des Irritationsrisikos