AG phageCTRL
Forschungsfeld
Antimikrobielle Resistenzen (AMR) und insbesondere multiresistente bakterielle Erreger stellen weltweit eine zunehmende Herausforderung für die öffentliche Gesundheit dar. Gleichzeitig besteht ein dringender Bedarf an neuen Strategien zur Prävention und Behandlung bakterieller Infektionen. Die Entwicklung innovativer antibakterieller Therapieoptionen gehört daher zu den von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) priorisierten Forschungsfeldern.
Bakteriophagen – kurz Phagen – sind Viren, die Bakterien spezifisch erkennen und infizieren können. Viele Phagen führen dabei zur Lyse ihrer Wirtszellen und können Bakterien gezielt abtöten. Obwohl die therapeutische Nutzung von Phagen bereits seit mehr als 100 Jahren erforscht wird, geriet sie mit der erfolgreichen Etablierung von Antibiotika zunächst weitgehend in den Hintergrund. Die zunehmende Verbreitung antibiotikaresistenter Erreger und die begrenzte Verfügbarkeit neuer wirksamer Antibiotika haben das Interesse an Phagen jedoch wieder deutlich verstärkt.
In der Arbeitsgruppe phageCTRL (phageConTRoL) am Institut für Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Hygiene der Universitätsmedizin Rostock isolieren wir neue Bakteriophagen, erforschen deren Eigenschaften, entwickeln Routinelabor-taugliche Phagentestungen und finden so neue Wege, sie für medizinische Anwendungen nutzbar zu machen.

Forschungsthemen
Unsere Forschung verbindet dabei Grundlagenforschung, Diagnostik und angewandte Forschung und konzentriert sich auf drei zentrale Bereiche:
01 | Phagenisolation – Phagencharakterisierung - Phagenbank
Aufbau und Charakterisierung einer qualitätsgesicherten Sammlung lytisch aktiver Phagen gegen klinisch relevante bakterielle Erreger als Grundlage für zukünftige biomedizinische Anwendungen.
02 | Standards in der Phagentestung
Entwicklung und Standardisierung praxistauglicher Verfahren zur Bestimmung der Phagenempfindlichkeit – mit dem Ziel, phagenspezifische Testungen in die mikrobiologische Routinediagnostik zu integrieren.
Während antimikrobielle Empfindlichkeitstestungen (AST) für Bakterien bereits zum Standard in der Routinediagnostik gehören, fehlen bislang international anerkannte Verfahren zur Testung der Phagenempfindlichkeit. Wichtiger Gegenstand der aktuellen Forschung ist die Entwicklung einer routinetauglichen standardisierten Phagenspezifitätstestung, die leicht handhabbar ist und zugleich kostengünstig. Ein viel versprechendes Testdesign wurde durch uns bereits publiziert. Im Rahmen eines nationalen Interlaborvergleichs wurde die Methodik jetzt deutschlandweit evaluiert. Damit unterstützen wir die aktuellen Bemühungen des EUCAST Subcommittee on Phage susceptibility testing, welcher aktuell an der Entwicklung standardisierter Methoden arbeitet. Weiterhin werden aktuell verschiedene Methoden evaluiert, welche für die Entwicklung eines ready-to-use testkits genutzt werden können. So kann die Einführung dieser Testmethode in mikrobiologische Diagnostiklabore weiter vereinfacht werden.
Aktuell: Routinelabore für Ringversuch zur anaeroben Phagentestung gesucht!
Für einen Ringversuch im 4. Quartal 2026 suchen wir Routinelabore, die die Empfindlichkeit von Bakterien gegenüber anaeroben Phagen untersuchen möchten.
Vorkenntnisse in der Phagentestung sind nicht erforderlich. Voraussetzung für die Teilnahme sind etablierte Verfahren zur Plättchenbasierten Agardiffusionstestung nach EUCAST oder CLSI.
Interesse? Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!
03 | Phagenfunktionalisierte Biomaterialien
Entwicklung innovativer Strategien zur Nutzung von Phagen, beispielsweise durch die Funktionalisierung biomedizinischer Oberflächen und die Entwicklung phagenbasierter Beschichtungen für medizinische Materialien.
Unser Ziel
Wir wollen wissenschaftliche Erkenntnisse über Bakteriophagen in standardisierbare und anwendungsorientierte Lösungen für die Medizin überführen und damit neue Perspektiven für den Umgang mit bakteriellen Infektionen und antimikrobiellen Resistenzen schaffen.
AG phageCTRL
Group Leader

Dr. rer. hum.
Katharina Ekat
- Wissenschaftlerin
am Institut für Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Hygiene
+49 (0) 381 494 5957
+49 (0) 381 494 5948
+49 (0) 381 494 5902

Dr. med.
Romy Skusa
- Ärztin
am Institut für Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Hygiene
+49 (0) 381 494 5943
+49 (0) 381 494 5913
+49 (0) 381 494 5902
Team
AG phageCTRL - Team


Dr. rer. hum.
Katharina Ekat
- Wissenschaftlerin
am Institut für Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Hygiene
+49 (0) 381 494 5957
+49 (0) 381 494 5948
+49 (0) 381 494 5902

Dr. med.
Romy Skusa
- Ärztin
am Institut für Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Hygiene
+49 (0) 381 494 5943
+49 (0) 381 494 5913
+49 (0) 381 494 5902

Paula Maria Gurgel
- Studentische Hilfskraft (HiWi)
am Institut für Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Hygiene
+49 (0) 381 494 5939
+49 (0) 381 494 5948
+49 (0) 381 494 5902

Julia Marcinek
- Masterstudentin
am Institut für Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Hygiene
+49 (0) 381 494 5939
+49 (0) 381 494 5948
+49 (0) 381 494 5902

Lotte Scharnagl
- PhD Studentin
am Institut für Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Hygiene
+49 (0) 381 494 5939
+49 (0) 381 494 5948
+49 (0) 381 494 5902
Sonstiges
Mitgliedschaften
Mitgliedschaften
- Deutsches Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) TransPhageNet
- European Society of Clinical Microbiology and Infectious Diseases (ESCMID) Study Group for Non-Traditional Antibacterial Therapy (ESGNTA)
- Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM)
- American Society for Microbiology (ASM)
- European Society for Biomaterials (ESB)