Hygienemerkblätter (HMB) der UMR

Keratoconjunctivitis epidemica (KCE)

Meldepflicht

Laut Infektionsschutzgesetz § 6 (3) sind 2 oder mehr nosokomiale Infektionen, bei denen ein epidemischer Zusammenhang wahrscheinlich ist oder vermutet wird, nicht namentlich zu melden.

Laut Infektionsschutzgesetz § 7 (1) ist der direkte Nachweis von Adenoviren im Augensekret/Konjunktivalabstrich namentlich zu melden – Meldung erfolgt durch das Labor.

Gesundheitsamt
Abteilung Infektionsschutz
Paulstraße 22
18055 Rostock
0381 381 9552

Erreger

  • Adenoviren

Infektiöses Material

  • Augensekrete,
  • Konjunktivalabstriche

Übertragungsweg

Kontaminierte Hände/Gegenstände
(z. B. kontaminierte Tropfpipetten, Augentropfen)

Eintrittspforten: Konjunktiven, Mund, Nase

Inkubationszeit

5–12 Tage

Dauer der Infektiosität

Solange das Virus in Untersuchungsmaterialien nachweisbar ist
(in der Regel während der ersten 2-3 Wochen der Erkrankung).

Diagnostik (zum Erstnachweis bzw. Verlauf)

Virus-Direktnachweis mittels PCR aus Augensekreten oder Konjunktivalabstrichen

Abstrich mit einem gut befeuchteten Stieltupfer (z. B. mit steriler physiologischer Kochsalzlösung) durchführen

Hygienemaßnahmen/Schutzmaßnahmen

Isolierung

Erforderlich!

Bei Verdacht auf/Nachweis eine(r) übertragbare(n) Konjunktivitis.

Eine gemeinsame Unterbringung mehrerer Patienten mit übertragbarer Konjunktivitis ist möglich (Kohortenisolierung)

Entisolierung

Dauer der Isolierung für die Zeit der Infektiosität (2-3 Wochen)

Kontaktpatienten

Standardhygiene

Besucher

Die jeweiligen Patientenzimmer sind mit der Isolierungstafel zu kennzeichnen.

Alle Personen (Besucher wie Mitarbeiter) müssen sich vor dem Betreten des Zimmers im Stationsstützpunkt melden.

Die Besucher werden vom Stationspersonal über die Infektionsrisiken informiert und in die speziellen Hygiene­maßnahmen eingewiesen.

Grundsätzlich gelten die gleichen Hygienemaßnahmen wie für das medizinische Personal.

Ambulanter Bereich

Bei Verdacht auf bzw. bestehender Erkrankung Isolierung erforderlich.

Händedesinfektion

Händedesinfektion gemäß Basishygieneordnung

Viruswirksames Desinfektionsmittel verwenden,
z. B. Desderman pure 1 x 30 Sekunden

Einwirkzeit beachten!

Patienten

Unterweisung, dass jeglicher Hand-Augenkontakt zu vermeiden ist!

Patienten/Angehörige/Besucher

Anleitung der HHD durch das Stationspersonal

Einmalhandschuhe

Erforderlich bei gezielten Untersuchungen (bei Verdacht auf bzw. Vorliegen der Erkrankung), bei möglichen Kontakt mit erregerhaltigem Material und mit kontaminierten Oberflächen. 

Entsorgung im Zimmer.

Schutzkittel

  • Nicht erforderlich!

Mund–Nasen-Schutz

Nicht erforderlich!

Schutzbrille

Erforderlich!

Wäscheentsorgung

Entsorgung im Patientenzimmer.

Transport zur Wäscherei im fest verschlossenen Wäschesack.

Geschirr

Geschirrspülautomat, Betriebstemperatur > 60 °C.

Sofern vorhanden, chemisch-thermische Desinfektion mit Gewerbegeschirrspüler.

Pflege-/Behandlungs- und Untersuchungsgeräte und -Hilfsmittel (Medizinprodukte)

Behandlungseinheit

Oberflächen von fest installierten Geräten (z. B. Kinnstützen und Stirnstützen von Spaltlampen und die dazugehörigen Griffe) sind nach Patientenkontakt zu desinfizieren.

Viruswirksames Desinfektionsmittel verwenden
(über die Apotheke der UMR abrufbar)

Für Augendruckmessungen zwingend Einmal-Tonometer­köpfchen verwenden.

Tropfflaschen und Augensalben sind patientenbezogen einzusetzen.

Benutzte Pipetten und Applikatoren dürfen nicht wieder mit dem Inhalt des Vorratsgefäßes in Berührung kommen;
sie sind nach Gebrauch mit einem Virus-wirksamen Mittel
(z. B. Sekusept Forte S 3 %, Einwirkzeit: 15 Minuten) zu desinfizieren und zu reinigen oder zu verwerfen.

Abfallentsorgung

Normale Entsorgung (‘‘Krankenhausspezifische Abfälle‘‘ – AS 180104 / 180101 / Abfallgruppe B)

Abfallbeutel im Zimmer fest verschließen

Flächendesinfektion

Desinfektion aller erreichbaren Flächen im Patientenzimmer mit viruzidem Desinfektionsmittel mindestens 1 x pro Tag, bei Entlassung bzw. sofortige Desinfektion nach Kontamination.

(Dismozon plus, über die Apotheke der UMR abrufbar; Anwendungskonzentration 0,8 % = 2 Beutel/4 Liter)

In ambulanten Bereichen kann Bacillol AF für die Desinfektion von Oberflächen (z. B. Spaltlampen) eingesetzt werden.

Patiententransfer

Die Zieleinrichtung und das Transportpersonal sind über die übertragbare Konjunktivitis vorab zu informieren.

Patient

Vor dem Verlassen des Zimmers sind die Hände zu desinfizieren.

Personal

Nur bei direktem Kontakt zum Patienten sind Handschuhe anzulegen.

Nach Ablegen der Handschuhe ist eine Hygienische Händedesinfektion durchzuführen.

Medizinprodukte

Unmittelbar nach dem Transport Kontaktflächen desinfizieren.

Besonderheiten im OP

Die allgemeine Basishygiene im OP oder der Funktions­abteilung ist ausreichend.

Zur Benutzung der richtigen Desinfektionsmittel und -verfahren siehe Händedesinfektion und Flächendesinfektion.

Besonderheiten für das Personal

Erkranktes Personal ist sehr infektiös und darf während bestehender klinischer Symptomatik keinen Umgang mit Patienten und Mitarbeitern haben.

Nach dem Ende der Symptome Arbeitsaufnahme nur unter regelmäßiger gründlicher Händehygiene mit einem Virus-wirksamen Desinfektionsmittel bis zum Ende der Ansteckungsfähigkeit (siehe oben).


Stand: August 2020


Keratoconjunctivitis epidemica (KCE)