Basishygieneordnung der UMR

Aufbereitungskompendium

Hygieneordnung Endoskopie

Aufbereitung flexibler Endoskope und endoskopischen Zusatzinstrumentariums

Vorwort

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung der Sprach­formen männlich, weiblich und divers (m/w/d) verzichtet. Sämtliche Personenbezeich­nungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

Das Aufbereitungskompendium wurde auf der Grundlage

  • des Infektionsschutzgesetzes (IfSG)
  • des Medizinprodukterecht-Durchführungsgesetzes (MPDG)
  • der Medizinproduktebetreiberverordnung (MPBetreibV)
  • der Biostoffverordnung (BioStoffV)
  • der Technischen Regeln für biologische Arbeitsstoffe (TRBA 250)
  • der LAGA (Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Abfall) Richtlinien
  • der BG Vorschriften/Unfallverhütungsvorschriften (BGV/UVV)
  • der Richtlinie für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention des Robert Koch Institutes (RKI) unter Berücksichtigung der spezifischen Bedingungen des Universitätsklinikums Rostock

sowie unter Mitwirkung der betroffenen und verantwortlichen Mitarbeiter erarbeitet.

Das Aufbereitungskompendium bildet die Grundlage für die praktische Durchsetzung der Belange der Medizinproduktesicherheit, der Krankenhaushygiene und des Arbeitsschutzes bei der Medizinprodukteaufbereitung und soll den Mitarbeitern bei der Wahrnehmung ihrer Verantwortung dienen.

Das Aufbereitungskompendium ist für jeden Medizinprodukte aufbereitenden Mitarbeiter bindend.

Bei Rückfragen (z. B. bezüglich der Bedeutung anderer Gesetze und Verordnungen zu diesem Thema) wenden Sie sich bitte an die Hygienefachkräfte.

Mitgeltende Unterlagen

Dr. C. Stehle
Ärztliche Vorständin und Vorstandsvorsitzende

A. Laban
Pflegevorstand

R. Grams
1. Stellv. kaufmännischer Vorstand

Prof. Dr. B.Krause
Dekan und Wissenschaftlicher Vorstand

PD Dr. P. Warnke
Krankenhaushygieniker


Stand: Oktober 2025

Vorwort

Inhalt

1. Standardhygiene

  • Patienten- und Personalschutz

2. Grundlegende Regelungen

  • Aufbereitung
  • Aufbereitungsraum
  • Transport
  • Havarie
  • CJK-Verdacht

 3. Risikobewertung und Einstufung von Medizinprodukten

  • Endoskopie und Bronchoskopie

4. Maschinelle Aufbereitung von Endoskopen

  • Allgemeines
  • Vorsichtsmaßnahmen für das Personal
  • Vorreinigung am Arbeitsplatz
  • Dichtigkeitstest
  • Vorreinigung
  • Spülen
  • Bestücken des Reinigungs-Desinfektions-Gerät-Endoskop (RDG-E)
  • Entnahme des Endoskops aus dem RDG-E
  • Trocknung und Lagerung
  • Mikrobiologische Überprüfung der Endoskope

5. Bestandsverzeichnis Medizinprodukte

6. Mikrobiologische Überprüfung

7. Desinfektionspläne

8. Kenntnisnahme/Unterschriften


Stand: Oktober 2025

Inhalt Aufbereitungskompendium

1. Standardhygiene

Patienten- und Personalschutz

 

Der Patient erhält bei Untersuchungen im oberen Verdauungstrakt ein Lätzchen oder eine Schale und bei Untersuchungen im unteren Verdauungstrakt eine kurze Koloskopiehose und Einmalfüßlinge.

Bei einer Bronchoskopie wird die Kleidung des Patienten (Brustbereich) abgedeckt
(z. B. Zellstoff oder flüssigkeitsdichte Unterlage).

Zum Schutz des Personals sind die in der Basishygieneordnung und der Bekleidungs­ordnung des Klinikums sowie in den Hygienemerkblättern festgelegten Maßnahmen und Verhaltensweisen einzuhalten.

Bei bronchoskopischen und gastroskopischen Untersuchungen ist aus krankenhaus­hygienischer Sicht  beim Personal das Tragen von mindestens

  • einer FFP2-Maske sowie
  • einer Schutzbrille oder eines Visiers (Shield)

dringend angeraten.


Stand: Oktober 2025

Basishygiene

2. Grundlegende Regelungen

Aufbereitung

Nach § 8, Abs. 1 der Medizinprodukte-Betreiber-Verordnung (MPBetreibV) sind Reinigung, Desinfektion und Sterilisation von Medizinprodukten, unter Berücksichtigung der Angaben des Herstellers, durch qualifizierte Personen, mit geeigneten validierten Verfahren durchzuführen.

Die Abläufe zur Erzielung des Verfahrenserfolges sind nachvollziehbar zu dokumentieren.

Zum Beispiel:

  • Kennzeichnung der Endoskope
  • Aufbereitung des Endoskops – durch wen?
  • Freigabe des aufbereiteten Endoskops etc.

Die Freigabe bezieht sich im Fall der Endoskope auf einen zeitlich gestaffelten Prozess, da die, für die Freigabe erforderliche Funktionsprüfung unmittelbar vor der Anwendung am Patienten erfolgt.

Diese Funktionsprüfung ist ebenfalls zu dokumentieren. Der entsprechende Protokollschritt ist mit einem Verweispassus zu versehen, in dem auf die Zugehörigkeit der beanstandungslos erfolgten Funktionsprüfung zur Freigabe hingewiesen wird.

Um Unverträglichkeiten zwischen Reinigungs- und Desinfektionsmitteln bei der Aufbereitung von Endoskopen und Zusatzinstrumentarium zu vermeiden, sind nur die im Desinfektionsplan festgelegten Mittel zu verwenden.

Manuelle Reinigungs- und Desinfektionsverfahren bei nicht maschinell zu reinigen/desinfizierenden Medizinprodukten (z. B. TEE-Sonden, starre/flexible Endoskope ohne Arbeitskanal) müssen nach dokumentierten Standardarbeitsanweisungen (SAA) und mit auf Wirksamkeit geprüften, auf das Medizinprodukt abgestimmten (d. h. geeigneten und materialverträglichen) Mitteln und Verfahren validiert durchgeführt werden.

Aufbereitungsraum

Die Aufbereitung der Endoskope muss in einem von Patientenbereichen und sonstigen Arbeitsbereichen separaten Aufbereitungsraum erfolgen. Dieser muss gut lüftbar sein und darf nicht zu anderen Zwecken genutzt werden.

Um Rekontaminationen zu vermeiden, ist in Aufbereitungsräumen, in denen eine klare Trennung in einen reinen und unreinen Bereich nicht möglich ist, Folgendes zu beachten:

Die notwendigen Tätigkeiten müssen zeitlich nach reinen und unreinen Tätigkeiten getrennt erfolgen.

Nach unreinen Tätigkeiten

(z. B. manuelle Reinigung von Endoskopen, Zusatzinstrumenten)

muss Folgendes erfolgen:

  • Flächendesinfektion der möglich kontaminierten Flächen
  • Ablegen der Schutzkleidung
  • Hygienische Händedesinfektion

Vor reinen Tätigkeiten

(z. B. Entnahme des Endoskopes aus dem RDG-E, Trocknung, Funktionskontrolle und Verpackung von Zusatzinstrumenten)

muss Folgendes eingehalten werden:

  • Flächendesinfektion der Arbeitsflächen
  • Hygienische Händedesinfektion

Endoskop

Bei der Entnahme eines aufbereiteten Endoskopes aus dem RDG-E dürfen nicht gleichzeitig Tätigkeiten erfolgen, bei denen Spritzwasser auf das Endoskop gelangen kann.

Das Endoskop ist mit desinfizierten Händen zu entnehmen.

Die Funktionskontrolle erfolgt unmittelbar im Anschluss und muss folgende Punkte umfassen:

  • Distales Endoskopende auf Sauberkeit kontrollieren
  • Kontrolle des Außenmantels auf Unversehrtheit
  • Kontrolle der Schaftmanschetten
  • Abwinklungssegment in alle Richtungen abwinkeln
  • Feststellrad arretieren und lösen
  • O-Ringe und Endoskopventile überprüfen, gegebenenfalls mit Silikonöl benetzen

Anschließend erfolgt der Transport in einem geschlossenen Behälter zum Endoskopschrank oder verbleibt im geschlossenen Behälter

Die weitere Funktionskontrolle erfolgt kurz vor Wiederbenutzung direkt am Turm.

Zusatzinstrumente

Die Trocknung, Funktionskontrolle und Verpackung der Zusatzinstrumente erfolgt ausschließlich in der AEMP

Freigabe

Die zur Freigabe der Endoskope berechtigten Personen sind in der jeweiligen Abteilung festgelegt. Die Listen liegen hier vor.

Die Freigabe der Endoskope nach Aufbereitung erfolgt unter Verwendung einer Chargendokumentation auf dem Patientenbefund der Abteilungen.

Transport

Zu Untersuchungen außerhalb und innerhalb der Endoskopieabteilung sind Endoskope kontaminationsgeschützt in geeigneten geschlossenen Behältnissen zu transportieren.

Der Transport und die Aufbewahrung im Endoskopkoffer ist vor und nach Gebrauch nicht zulässig.

Der Koffer darf lediglich für den Transport zu externen Fachfirmen im Rahmen von Wartungen und Reparaturen genutzt werden.

Havarie

Im Falle einer Havarie (Ausfall aller Maschinen im Bereich) ist die nächstliegende Aufbereitungseinheit zu kontaktieren.

In Absprache werden die anfallenden Endoskope in diesem Bereich bis zur Beendigung der Havarie aufbereitet.

Die Aufbereitung der flexiblen Endoskope ist bei einer eventuell entstehenden Verzögerung bis einschließlich Punkt 4 (siehe unter Abschnitt Vorgehensweise unter 4. Arbeitsanweisungen/Maschinelle Aufbereitung von Endoskopen) durchzuführen und abschließend mit mikrobiell einwandfreiem Trinkwasser durchzuspülen.

Das Gerät wird gekennzeichnet und einer Aufbereitung im RDG-E zugeführt.

CJK-Verdacht

Werden bei Patienten mit Verdacht auf CJK endoskopische Eingriffe durchgeführt, müssen Leihendoskope, die nach Gebrauch speziellen Aufbereitungsverfahren unterzogen werden, geordert werden.

Die dabei anfallenden zusätzlichen Kosten werden bei begründetem Verdacht auf CJK von den Krankenkassen getragen.

Ansprechpartner

Dr. Uwe Hahmann

Universität Göttingen
Institut für Neuropathologie
Robert-Koch-Straße 40

37075 Göttingen

0551 39-66305

cjd-aufbereitung{bei}uni-goettingen.de

Vorgehensweise bei nachträglichem Bekanntwerden eines CJK Verdachts

Bei nachträglichem Bekanntwerden eines vCJK-Verdachts ist das Endoskop vorsorglich sofort aus dem Verkehr zu ziehen (Quarantäne).

Die Krankenhaushygiene ist umgehend zu benachrichtigen.


Stand: Oktober 2025

Grundlegende Regelungen

3. Risikobewertung und Einstufung von Medizinprodukten


Stand: Oktober 2025

Risikoeinstufung der Medizinprodukte

4. Arbeitsanweisungen - Aufbereitung von endoskopischem Zusatzinstrumentarium

Allgemeines

Zweck

Reproduzierbare, sichere Aufbereitung von endoskopischem Zusatzinstrumentarium unter Beachtung der Herstellerangaben und der Medizin-Produkte-Betreiber-Verordnung (MPBetreibV).

Sämtliches Zusatzinstrumentarium ist entweder Einwegmaterial oder wird in der AEMP maschinell aufbereitet.

Sterilisation

Die Sterilisation des Instrumentariums erfolgt gemäß Herstellerangaben.

Lagerung

Medizinprodukte werden im geschlossenen Schrank gelagert.

Geschützt vor:

  • Staub
  • Feuchtigkeit
  • Temperaturschwankungen

Sind sterile Verpackungen beschädigt oder ist Feuchtigkeit eingedrungen, werden die davon betroffenen Instrumente einer erneuten Aufbereitung bzw. Sterilisation unterzogen.

Nach DIN 58953 Sterilgutversorgung wird eine Lagerdauer für sterile Medizinprodukte bei geschützter Lagerung in Schubladen oder Schränken in Einfach-Verpackungen von 6 Monaten und in Dreifach-Verpackungen des Herstellers von 3-5 Jahren empfohlen.

Bei ungeschützter Lagerung nicht länger als 48 Stunden verwendbar.

Reproduzierbare, sichere Aufbereitung von endoskopischem Zusatzinstrumentarium unter Beachtung der Herstellerangaben und der Medizin-Produkte-Betreiber-Verordnung (MPBetreibV).


Stand: Oktober 2025

4. Arbeitsanweisungen - Maschinelle Aufbereitung von Endoskopen

1. Allgemeines

Definition

Unter Endoskopaufbereitung wird der komplette Kreislauf vom Einsatz an einem Patienten bis zur Wiederverwendung am nächsten Patienten verstanden.

Zweck

Reproduzierbare, sichere Aufbereitung von Endoskopen unter Beachtung der Herstellerangaben und der MPBetreibV.

Verteiler

  • Mitarbeiter Endoskopieabteilung
  • Aufbereitende Mitarbeiter anderer Abteilungen

Mitgeltende Unterlagen

  • Basishygieneordnung
  • Hygienemerkblätter
  • Desinfektionsplan

Verantwortlichkeiten

  • Leitender Mitarbeiter der Endoskopieabteilung
  • Ausführende Mitarbeiter

2. Vorgehensweise

2.1 Vorsichtsmaßnahmen für das Personal

Das Personal ist potentiell gefährlichen Wiederaufbereitungschemikalien und Erregern ausgesetzt.

Angemessene Schutzkleidung bei Aufbereitung tragen

  • Wasserdichte Schutzkleidung
  • Chemikaliensichere Handschuhe in ausreichender Größe
  • Bei Spritzgefahr:
    • Schutzbrille
  • Mund-Nasen-Schutz

Schutzkleidung vor Verlassen des Aufbereitungsraumes ablegen.

Aufbereitungsraum muss zum Schutz gegen toxische Chemikaliendämpfe stets ausreichend belüftet sein.

Gebrauchsanweisungen und Aufbereitungsempfehlungen der Hersteller von Reinigungs- und Desinfektionsmitteln, Hilfsmitteln und Geräten, die zur Wiederauf­bereitung eingesetzt werden, sind sorgfältig zu beachten.

2.2 Vorreinigung am Arbeitsplatz

Beim Retrahieren des Endoskops aus dem Patienten sind die Vorsichtsmaßnahmen der Herstellervorgaben sowie spezifische Schutzvorgaben der einschlägigen Fachgesellschaften zu beachten.

  • Endoskop mit einem flusenfreien, feuchten, in Reinigungslösung getränkten  Tuch, abwischen
  • Reinigungsventil einsetzen
  • Alle Kanäle direkt am Turm mit ca. 200 ml reinigender Lösung durchspülen
    • laut Desinfektionsmittelplan
  • Luft durch den Absaugkanal saugen, bis dieser leer ist
  • Handschuhe wechseln
  • Endoskop abkoppeln von:
    • Absaugung
    • Lichtquelle
    • Spülflasche
    • Prozessor
  • Wasserschutzkappe fest auf die elektrischen Kontakte aufsetzen
  • Endoskop sofort im geschlossenen Behälter der weiteren Aufbereitung zuführen
    • Die weitere Aufbereitung muss umgehend erfolgen.

2.3 Dichtigkeitstest

  • Dichtigkeitstester nach Herstellerangaben anschließen
  • Endoskop unter Druck setzen
  • Ventile entfernen
  • Einlegen des Endoskops in die Dichtigkeitswanne
    • Desinfektions-/Reinigungsmittel siehe Desinfektionsplan
  • Mit kleinem und großem Rad das distale Ende in alle Richtungen bewegen bzw. abwinkeln

Undichte-Nachweis beim Dichtigkeitstest

  • Endoskop nicht weiter aufbereiten
  • Außenmantel mit Desinfektionsmittel abwischen
  • Kanäle mit Druckluft trocknen
  • Endoskop in Folienschutzhülle einschlagen
  • Im Versandkoffer verpackt und mit dem Vermerk „undicht, nicht desinfiziert“ in die Servicewerkstatt schicken

2.4 Vorreinigung

Wasserschutzkappe

  • Wasserschutzkappe mit Entlüftungsanschluss auf den Anschluss für das Videoskopkabel setzen
  • Befestigung durch Drehbewegung

Ventile

  • Alle Ventile entfernen

Dichtigkeitstester

  • Mit laufendem Dichtigkeitstester das Gerät ganz in die Lösung legen
  • Siehe Dichtigkeitstest

Vermeidung von Kontamination

  • Alle Reinigungsschritte unter der Flüssigkeitsoberfläche durchführen
    • Grund: Vermeidung von Spritzeffekten mit kontaminierter Flüssigkeit

Außenmantel des Endoskops

  • Reinigung mit flusenfreiem Einmaltuch

Kanal- und Ventilöffnungen, Distalende und Steuerungsteile

  • Reinigung mit weicher, zum jeweiligen Gerät passender Bürste (laut Hersteller­angaben)

Bei Duodenoskopen

  • Albaranhebel in Mittelstellung bringen
  • Reinigung von allen Seiten mit geeigneter, weicher Bürste

Mechanische Bürstenreinigung

  • Mit 10 ml Spritze durchspülen, dann alle zugänglichen Kanalsysteme mit Reinigungsbürste mehrmals bürsten
    • Dauer: bis Bürste beim Durchzug frei von Verunreinigungen
  • Verbinden aller Kanäle mit gerätespezifischen Adaptern und Spülansätzen
  • Zweimaliges Durchspülen mit Reinigungslösung
    • Dauer: bis alle gelösten Partikel entfernt sind

Reinigungsbürsten

  • Einmalbürsten entsorgen

Reinigungslösung

  • Wechsel 1 x täglich
  • Wechsel sofort nach sichtbarer starker Verschmutzung

Reinigungswanne

  • Bei Wechsel der Reinigungslösung laut Desinfektionsplan desinfizierend reinigen

2.5 Spülen

Auf eine Nachspülung der Kanäle mit Wasser kann verzichtet werden, wenn die Aufbereitung im RDG mit einem Spülvorgang beginnt und das Vorreinigungsmittel laut Herstellerangaben mit dem Reiniger in der Maschine kompatibel ist.

2.6 Bestücken des Reinigungs-Desinfektions-Gerät-Endoskop (RDG-E)

  • Endoskop in den RDG-E legen
    • Laut Herstellerangaben entsprechende Adapter verwenden
  • Aufsatz zur Dichtigkeitstestung anschließen
  • Korrekte Lage vor Schließen der Maschine überprüfen
  • Handschuhe ausziehen
  • Tür schließen
  • Maschine nach Herstellerangaben anstellen

Dokumentation

  • Erfolgt mit dem Chargendokumentationssystem und Handzeichenliste

2.7 Entnahme des Endoskops aus dem RDG-E

Bei der Entnahme eines aufbereiteten Endoskops aus dem RDG-E dürfen nicht gleichzeitig Tätigkeiten erfolgen, bei denen Spritzwasser auf das Endoskop gelangen kann.

  • Entnahme mit desinfizierten Händen

Funktionskontrolle des Endoskops

  • Kontrolle des Distalen Endoskopende auf Sauberkeit
  • Kontrolle des Außenmantels auf Unversehrtheit
  • Kontrolle der Schaftmanschetten
  • Abwinklungssegment in alle Richtungen abwinkeln
  • Feststellrad arretieren und lösen
  • Alle Zubehörteile und Endoskopventile überprüfen
    • gegebenenfalls mit Silikonöl benetzen – nur nach Herstellerfreigabe

2.8 Trocknung und Lagerung

Die Trocknung erfolgt in Trocknungsschränken oder durch ein abschließendes Durchblasen der Kanäle mit Druckluft.

Das Endoskop muss trocken, staubgeschützt hängend in einem speziellen Endoskopschrank oder liegend in geschlossenen Boxen aufbewahrt werden.

  • Während der Lagerung der Endoskope die Ventile nicht aufsetzen
  • Vor Wiederverwendung Funktionen der Endoskope prüfen

Maximale Lagerzeit

  • 14 Tage (interne Festlegung aufgrund langjähriger Erfahrung)
  • Kontrolle durch das Endoskopiepersonal

Bei Überschreiten der Lagerzeit ist das Endoskop einer erneuten Aufbereitung zu unterziehen.

2.9 Mikrobiologische Überprüfung der Endoskope

Die Überprüfung der Endoskope erfolgt jährlich durch das Hygienelabor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Hygiene (IMIKRO).

Nach Reparatur und maschineller Aufbereitung wird das Endoskop erneut mikrobio­logisch überprüft. Die Anmeldung erfolgt über das Hygienelabor des IMIKRO.

Kontakt

0381 494-5797

Stand: Oktober 2025

4. Arbeitsanweisungen

4. Arbeitsanweisungen - Aufbereitung Optikspülsystem

Verwendung

Optikflasche

  • Nur mit sterilem Aquadest aus Einzelgebinden befüllen

Aufbereitung

Optikflasche, Schlauchsystem

  • Aufbereitung in der AEMP
  • Transport im geschlossenen Container

Lagerung

Sterilisierte Optikflasche, Schlauchsystem

Geschützte Lagerung in Sterilverpackung im geschlossenen Schrank

Schutz vor:

  • Staub
  • Feuchtigkeit
  • Temperaturschwankungen

Sind sterile Verpackungen beschädigt oder ist Feuchtigkeit eingedrungen, müssen die Instrumente neu aufbereitet werden.

Nach DIN 58953 Sterilgutversorgung wird eine Lagerdauer für sterile Medizinprodukte bei geschützter Lagerung in Schubladen oder Schränken in Einfach-Verpackungen von 6 Monaten und in Dreifach-Verpackungen des Herstellers von 3-5 Jahren empfohlen.

Bei ungeschützter Lagerung nicht länger als 48 Stunden verwendbar.


Stand: Oktober 2025

4. Arbeitsanweisungen

4. Arbeitsanweisungen - Aufbereitung Sonden

Aufbereitung

Alle in diesem Bereich verwendeten Sonden sind Einmalmaterial und werden nach Gebrauch entsorgt.

Lagerung

Die Lagerung der neuen Sonden erfolgt staubgeschützt im Schrank.

Nach DIN 58953 Sterilgutversorgung wird eine Lagerdauer für sterile Medizinprodukte bei geschützter Lagerung in Schubladen oder Schränken in Einfach-Verpackungen von 6 Monaten und in Dreifach-Verpackungen des Herstellers von 3-5 Jahren empfohlen.

Bei ungeschützter Lagerung nicht länger als 48 Stunden verwendbar.


Stand: Oktober 2025

4. Arbeitsanweisungen

4. Arbeitsanweisungen - Aufbereitung Zubehör Absaugsystem

Aufbereitung/Entsorgung

Sekretbeutel/Schlauchsystem

  • Einmalartikel
  • Entsorgung nach Gebrauch bzw. mindestens 1x täglich

Sekretauffangbehälter

Manuelle Aufbereitung in der Endoskopieabteilung

  • Reinigung
  • Desinfektion laut Desinfektionsplan
  • Spülung
  • Trocknung

Lagerung

Lagerung aller Materialien trocken und staubgeschützt.

Nach DIN Norm 58953 Sterilgutversorgung wird eine Lagerdauer für sterile Medizinprodukte bei geschützter Lagerung in Schubladen oder Schränken in Einfach-Verpackungen von 6 Monaten und in Dreifach-Verpackungen des Herstellers von 3-5 Jahren empfohlen.

Bei ungeschützter Lagerung nicht länger als 48 Stunden haltbar.


Stand: Oktober 2025

4. Arbeitsanweisungen

4. Arbeitsanweisungen - Aufbereitung Zubehör Endowasher

Benutzung

  • BenutzungSpülflasche nur mit steriler Spüllösung aus Einzelgebinden befüllen.

Aufbereitung/Entsorgung

Endowasher/Gastroskop (Aqua-Master)

Spülschlauchsystem

  • Einmalmaterial

Spülflasche

  • Maschinelle Aufbereitung in der AEMP

Lagerung

Desinfizierte Spülflasche, Schlauchsystem und alle Anschlussteile werden im geschlossenen Schrank gelagert.

Geschützt vor:

  • Staub
  • Feuchtigkeit
  • Temperaturschwankungen

Sind sterile Verpackungen beschädigt oder ist Feuchtigkeit eingedrungen, müssen Instrumente neu aufbereitet bzw. entsorgt werden.

Nach DIN 58953 Sterilgutversorgung wird eine Lagerdauer für sterile Medizinprodukte bei geschützter Lagerung in Schubladen oder Schränken in Einfach- Verpackungen von 6 Monaten und in Dreifach-Verpackungen des Herstellers von 3-5 Jahren empfohlen.

Bei ungeschützter Lagerung nicht länger als 48 Stunden verwendbar.


Stand: Oktober 2025

4. Arbeitsanweisungen

5. Bestandsverzeichnis Medizinprodukte

Das jeweilige Bestandsverzeichnis laut § 13 Medizinprodukte-Betreiber-Verordnung (MPBetreibV) ist in den Endoskopiebereichen hinterlegt.

Der Nutzer ist für die Aktualität der Liste verantwortlich.

Folgende Angaben zum Medizinprodukt (MP) sind eingetragen

  • Bezeichnung, Art und Typ
  • Loscode oder Seriennummer
  • Anschaffungsjahr
  • Name oder Firma sowie Anschrift des Verantwortlichen für das jeweilige MP nach § 5 des Medizinproduktegesetzes
  • die der CE-Kennzeichnung hinzugefügte Kennnummer
  • Betriebliche Identifikationsnummer (soweit vorhanden)
  • Standort und betriebliche Zuordnung
  • Frist für die sicherheitstechnische Kontrolle (entsprechend Herstellerangabe)

Stand: Oktober 2025

Bestandsverzeichnis Medizinprodukte (MP)

6. Mikrobiologische Überprüfung

RDG-E

Die mikrobiologische Überprüfung der RDG-E erfolgt 1x jährlich durch das Hygienelabor am Institut für Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Hygiene (IMIKRO) der UMR.

Flexible Endoskope

Die mikrobiologisch-hygienischen Untersuchungen der flexiblen Endoskope erfolgen jährlich und nach Reparatur durch das Hygienelabor am Institut für Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Hygiene (IMIKRO) der UMR.

Kontakt Hygienelabor IMIKRO

0381 494 5797


Stand: Oktober 2025

Mikrobiologische Überprüfung

7. Desinfektionspläne

Die Desinfektionspläne werden durch die Hygienefachkräfte (HFK) der UMR erarbeitet, jährlich überprüft und der entsprechenden Fachabteilung zugestellt.

Kontakt

0381 494-5014
0381 494-5996
0381 494-5981
0381 494-5992

imikro-hygienefachkraft{bei}med.uni-rostock.de


Stand: Oktober 2025

Desinfektionspläne

8. Kenntnisnahme und Unterschriften

Mitarbeiter der Endoskopie-Einrichtung bzw. aufbereitende Mitarbeiter anderer Abteilungen sind verpflichtet, die Vorgaben dieses Kompendiums einzuhalten.

Verantwortlich für die Einhaltung der im folgenden beschriebenen Verhaltensregeln und die Durchführung der Hygienemaßnahmen sind:

Ärztlicher Dienst

  • Leitende Ärzte

Pflegedienst

  • Abteilungsleitung

Technische Geräte und Einrichtungen

  • Leitende Ärzte der jeweilig tätigen Fachabteilung bzw.
  • Geschäftsbereich Bau/Betriebs- und Medizintechnik

Wäsche

  • Bereichsleitung der externen Wäscheversorgung

Reinigungsdienst

  • Bereichsleitung der externen Reinigungsfirma

Mit seiner Unterschrift bestätigt jeder Mitarbeiter, dass er den Inhalt der Hygiene-ordnung zur Kenntnis genommen hat.

Er bestätigt weiterhin, dass er alle zum Verständnis notwendigen Erläuterungen angefordert und erhalten hat.


Stand: Oktober 2025

Kenntnisnahme und Unterschriften


Inhaltsverzeichnis

Basishygieneordnung (BHO)